Archiv für den Monat September 2011

Ein Leuchten in der Welt…

Sitze mit Dachschaden am Rechner. Oben klopft es. Der Dachdecker haut mit seinem Hammer auf das Dach ein. In seinem Radio vor meinem Fenster läuft “New York, New York”. Dachdecker mit großem Orchester, so liebe ich das. Ein wunderbarer Morgen. Alles swingt, jeder Vogel singt, der Dachdecker pfeift ein fröhliches Liedchen und die Sonne scheint mit sich selbst um die Wette. Ein gelungener Einstieg ins Wochenende, an dem ich an die Mosel fahren werde, um bei einem Klassentreffen nach fast 30 Jahren dabei zu sein. Morgen werden wir in Cochem an der Mosel mit einem Schiff fahren und das Leben genießen. Am Abend geht es dann in ein Restaurant und wir werden in alten Zeiten und kulinarischen Köstlichkeiten schwelgen. Mit Zigarren und Cognac an der Bar… (jetzt geht’s wieder mit ihm durch, verzeiht!)

Heute Morgen bin ich mit Cooper durch die Landschaft getingelt. Ach wie schön ist Panama. Ach wie schön kann landleben sein. Wir sind hoch auf die Höhe gefahren, wo die Sonne sich früh im Osten zeigt und die Welt so schön optimistisch macht. Konnte ich nach einem Streit mit Jim gut gebrauchen. Manchmal sind pubertierende 14-jährige wie Terroristen, die versuchen, auf den eigenen wunden Punkten Klavier zu spielen. Aua! (Schön doof, wenn man das mit sich machen lässt. Manchmal sind Eltern einfach schön doof.) Da tut dann so ein Feld-Wald-Wiesenspaziergang mit Hund ausgesprochen gut. Ela meinte zwar heute Morgen, ich solle mich nicht aufregen, aber bekanntlich ist es ja vom Gesagten bis zum Getanen ein weiter Weg. Sonst hätten wir ja keine Krisen auf dieser Welt:) Persönlich und allgemein. Im Großen und Kleinen. Ne, Angie.

Wir sind also dort hoch gefahren, konnten aber wegen einer Straßensperrung nicht an unsere geliebte Stelle. Haben wir halt eine andere genommen. Das Schöne am Sonnenaufgang ist, dass es so eine Zwischenzeit ist. Noch ein wenig dunkel aber auch schon hell. Was kommt, deutet sich an, ist aber noch nicht da. Dann verändern sich die Lichtverhältnisse von Minute zu Minute. Mal fallen alle Strahlen durch eine Baumlücke, dann neigt sich die Sonne wieder leicht hinter ein paar Bäume. Es geht so schnell. Tagsüber, wenn sie dort ganz oben steht, sieht es aus, als würde sie am Himmel entlangkriechen. Am Morgen aber ist es ein Rennen. Ein kindliches Versteckspiel. Buh!

Cooper und ich sind eine große Runde gegangen und haben für euch ein paar Fotos geschossen, von denen zwei die interne Qualitätskontrolle und Photoshop-Bearbeitung passiert haben. Ich hoffe, sie gefallen euch. Sie sollen ein wenig sagen: Schaut mal, wie schön die Welt ist. Geht raus, stürzt euch hinein, umarmt sie, fühlt euch umarmt, liebt… Selbst bei Stress wie zum Beispiel durch interne Auseinandersetzungen mit Familienangehörigen der Nachfolgegeneration (ich könnte ihn, arrggg…)! Slow down, komm runter, sein nett. Om! Ps. #Tschakka Mpf! Ganz ruhig, Brauner!

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! Ciao.

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jens: Friday, 30. September 2011, 09:01 in Allgemein

Jan Brandt: “Gegen die Welt.” Die Plutonier sind überall…

Die Zeit spricht von einem beeindruckenden Buch, die FAZ von einem beeindruckenden Roman. Blogs dürfen da schon etwas weiter gehen und die vornehme Zurückhaltung aufgeben. Wahnsinn! So ein Buch kommt hier in Deutschland nicht alle Tage in die Läden. Kein Wunder: Neun Jahre hat sich Jan Brandt Zeit genommen, sein Debüt zu schreiben. Zu verdichten, Ideen zu finden, Figuren anzureichern.

Es ist ein verrücktes Buch, das in einem erfundenen Dorf Jericho in Ostfriesland spielt. Ende der achtziger Jahre. Alles fühlt sich so an, als wären es die fünfziger und sechziger Jahre. Der Männergesangsverein, das bürgerliche Unternehmertum, die häusliche Ordnung, die Scheinheiligkeit. Und doch sind es die Achtziger. 6. März 1983 – Helmut Kohl übernimmt die Regierungsgeschäfte, ein Land fällt in einen langen Schlaf. Revival des Konservativen. Die Rechten, die ganz Rechten erleben einen neuen Frühling. An den Wänden des Dorfes Jericho tauchen Hakenkreuze auf und Parolen wie “Deutschland den Deutschen”. Das war die Zeit, als die Bildzeitung titelte “Das Boot ist voll” und dann gab es die Brandanschläge auf die türkische Familie Genc in Solingen und das Asylbewerberheim in Hoyerswerda. Unter anderem.

Zurück zum Roman. In Jericho ist es die Jugend, die verzweifelt. Da sind die Freunde Onno, Stefan und Reiner, die Auswege suchen. Da ist Simone, von der man nicht genau weiß, wo sie steht. Alle wollen sie fliehen aus diesem Kaff, das vom Nebel umhüllt ist. Sie Saufen, sie kiffen, sie suchen die Rettung in der Musik – Dark Metal. Mittendrin Daniel Kuper als Opfer und Kulminationsfigur. Einer, der versucht, seinen Weg zu gehen. Gegen die Welt. Der gemieden, rumgeschubst, drangsaliert wird. Der versucht, seinen Platz zu finden. Chancenlos. Es bereitet körperliche Schmerzen, mit Daniel durch dieses Buch zu gehen. Seinen Niedergang zu erleben. Sein Ausbrennen bis zur Ohnmacht, die Jan Brandt im Druck des Buches teils durch kaum lesbare Buchstaben sichtbar macht. Im Buch gibt es eine ganze Reihe solcher guten visuellen Ideen…

Die Jugend verzweifelt an Jericho. Am Bürgermeister-Wahlkampf, in dem der alleinerziehende Bauunternehmer wie eine Fassbender-Figur wirkt. Seine Wahlkampfreden schmückt er mit Begrifflichkeiten aus “Mein Kampf”. Zwischen Jugend- und Erwachsenenwelt liegen Gräben, die unüberwindbar sind. Die Elterngeneration – Aliens? Außerirdische. Plutonier. “Die zeichnen alles auf”, sagte Stefan. “Das wird alles gespeichert. Alles, was wir sagen. Alles, was wir denken. Sie sind da. Nicht da oben. Um uns herum. Sieh dir die Leute an, Alter. Sie sie dir genau an. Wie ferngesteuert. Es könnte jeder sein. Der Briefträger, die Lehrerin, der Bürgermeister. Deine und meine Eltern.”

Wie ferngesteuert. Programmiert. Es ist wirklich sehr besonders eindrucksvoll, wie Jan Brandt jede seiner Figuren zeichnet, charakterisiert, auf den Wahnsinn reagieren lässt. Er selbst ist 1974 geboren, war 1989 also 15 Jahre alt. So alt wie Daniel Kuper. Heute lebt Jan Brandt in Berlin, ist in die Weltstadt geflohen, um diesen großen Roman zu schreiben. Ich rätsele noch, welcher der Jungs er in diesem Buch ist. Wahrscheinlich hat er alle einmal durchlebt – früher, auf jeden Fall aber beim Schreiben.

Am Ende werden sich die Hauptfiguren jeweils auf ihre Art und Weise Jericho entzogen haben. Jan Brandt hält hier wunderbar die Spannung, durchmischt die Figuren, deutet an, kommt später darauf zurück. In den neun Jahren seines Schreibens hat er verschachtelte Strukturen inszeniert, die aufgehen. Ihm ist tatsächlich der sezierende Adlerblick auf Jericho und die Figuren gelungen. Dadurch ist er als Erzähler viele Schritte voraus und kann mit Erwartungen spielen. Gegen die Welt schließt das Literaturloch der achtziger Jahre. Durch die vielen Beschreibungen ist es auch ein “Historienroman”, der die vergessene, verschlafene Zeit beschreibt, in der die Globalisierung einsetzte und vielem ein Ende bereitete. Ich kann nur dringend empfehlen, dieses wichtige Buch zu lesen. Aus Spaß an guter Literatur und als erhellenden Blick auf eine Zeit, die so weit weg scheint und doch noch so nah liegt. Auch wenn es teils anders aussieht, Jericho ist auch heute noch weit verbreitet. Man muss ihm in die Augen sehen, um festzustellen, wer zu den Plutoniern gehört…

Da mir Gegen die Welt über “Blogg dein Buch” vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt wurde, hier einige Links, die ich gerne angebe: Der Verlag , die Bestellmöglichkeit des Verlages sowie Blogg dein Buch. Wenn euch das Buch gefällt, könnt ihr es natürlich auch über meinen Amazonshop auf der Startseite bestellen. Lieber ist es mir allerdings, ihr kauft bei eurem Buchhändler um die Ecke…

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jens: Thursday, 29. September 2011, 07:36 in Allgemein

Aber Männer heulen doch nicht…

Ne. Grundsätzlich eigentlich eher weniger. Es sei denn, es kommt richtig Dicke. Gestern Abend. Da kam es Dicke. Allerdings nicht Dicke genug, dass Tränen geflossen wären. Wenn es hier um Männer geht, kann es sich natürlich nur um eins drehen: Fußball. Ich sehe, ihr wisst wie der Hase hier im fiftyfiftyblog läuft. So ist er, der Herr Schönlau, ein einfacher Junge vom Lande, der sich eben auf das Wesentliche konzentriert.

Wir hatten ein Spiel auswärts. Wir haben nur noch Auswärtsspiele, weil wir als einer der letzten Vereine der Gegend noch auf Asche spielen (Flächengemeinde, viel Wald, wenig Industrie, wenig Gewerbeeinnahmen, viel Asche). Das macht sonst keiner. Bislang war da kein Geld für da. Doch momentan rollen die Bagger, bald ist es soweit und wir werden wieder Heimspiele haben in der neuen Arena auf der Hütte. So nennen wir hier liebevoll das Heimatdorf unseres Heimatvereins, der ein Fußballverein ist.

Auswärts haben wir verloren. Und die Woche davor. Gestern: Ein klares 3 : 0. Shit. Nach 30 Sekunden lagen wir zurück, nach 300 Sekunden doppelt und irgendwann haben die dann den Sack zugemacht. Ich hatte noch die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen, habe aber weit über das Tor geköpft. Da kam die Kugel mit Highspeed, das Flutlicht blendete, ein Ellenbogen im Rücken schob mich und so erhielt ich einen Kopfschuss, als ob der Ball gegen den Torpfosten prallt. Leicht belämmert.

Um über die Niederlage hinwegzukommen, begann irgendjemand in der Kabine über Fußballkuriositäten zu sprechen. Die doppelte Beerdigung des Schalkers Ernst Kuzorra zum Beispiel, weil der Vereinspräsident mit aufs Foto wollte und bei der ersten Beerdigung gefehlt hatte. Oder der Spielerkauf des 1. FC Kölns, als ein Fußballspieler der Extraklasse verpflichtet wurde und letztlich sein minder begabter Zwillingsbruder kam. Tausend Sachen, um nicht über unsere Niederlage sprechen zu müssen.

Auf der Rückfahrt dann, ich fuhr einen der drei Mannschaftskombis, ging es um die bittersten Niederlagen und wie Männer damit umgehen. 1999. Bayern gegen Manu. Champions League Endspiel. Nach 90 Minuten steht es nach einem Tor von Mario Basler (6. Minute) 1 : 0 für die Bayern. Die Sache war geritzt. Warten auf den Abpfiff. Vorhang auf für die Nachspielzeit und den Heroen. 91. Minute: David Beckham bringt eine Ecke rein, Teddy Sheringham verwandelt. O.K. – ärgerlich, aber noch nichts passiert. Dann eben in die Verlängerung. Aber dann, aber dann. Die 93. Minute. Ecke David Beckham, 2 : 1 und Aus für Bayern durch Ole Gunnar Solskjær. Was für ein Name!

Die Jungs im Kombi erzählten von diesem Augenblick. Da saßen sie, damals, niedergeschlagen. Zumindest die Bayern-Fans unter ihnen. Alles war zusammengebrochen in nur zwei Minuten. Mein Sitznachbar im Auto erzählte, wie eine Frau zu ihm sagte “Ist doch nicht so schlimm. Ist doch nur Fußball.” Da saß er gestern Abend neben mir und schüttelte in Erinnerung des Satzes den Kopf. Ein anderer ließ damals seinen Tränen freien Lauf. Seine Frau kam und sagte: “Heulste jetzt wegen Fußball?”. Herrje. Zwei Geschlechter, zwei Welten. Wie meinten die Jungs: “Da zeigt mal einer Emotionen und dann das.” “Sie wollen, dass wir auch mal unsere weichen Seiten zeigen und wenn wir es tun. Ach.” Und einer fügte grinsend an: “Man sieht aber auch, wo wir unsere Prioritäten setzen.” Wohl wahr, wohl wahr.

Wir haben zusammen keine Runde über unsere Niederlage geheult, sondern sind die weiteren historischen Niederlagen durchgegangen. Als Schalke, schon fast “Meister der Herzen”, 2001 durch ein Tor von Patrik Andersson in Hamburg letztlich nur Zweiter wurde. Für vier Minuten hatten sie die Hand am Pokal. “Ich bin dann nach Hause gegangen und war fertig.” Oder Bayer Vizekusen. In einem Jahr drei Finale vergeigt. Das sind wahre emotionale Momente, die echte, gestandene Kerle emotional aus den Socken hauen können. Ich drehe jetzt mal ein Ela-Zitat. Liebe Frauen, “selbst, wenn ihr uns Männer verstehen würdet, ihr würdet es nicht glauben.”

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jens: Tuesday, 27. September 2011, 06:57 in Allgemein

Neutrinos, Einstein, Aliens, CERN

Wie immer kommt alles zusammen, wenn man sich erst einmal auf ein Thema ausgerichtet hat. Eingeschossen hat. Am Freitag ging die Nachricht über den Ticker, Albert Einstein sei widerlegt. Hey! Albert Einstein, der Albert Einstein. Die Physik-Ikone, das Mega-Hirn, die Top-Marke in Sachen Wissenschaft. Hallo! Mal eben Weltbilder zerstören? Den Glauben in die Wissenschaft?

Also ganz ehrlich, eigentlich verstehe ich rund um die Experimente des CERNs nur Weltraumbahnhof. Bislang dachte ich, die Jungs und Mädels mit den Karohemden und Nickelbrillen würden da in ihren unterirdischen Spacelabors bei Genf sitzen und irgendwelche Teilchen (Puddingteilchen) durch so ein riesiges Karussel beamen, um sie aufeinandertreffen zu lassen und zu schauen, was passiert. Crash, Bumm, Beng, Spratz. Also quasi wie früher im Kinderzimmer. Carrerar-Rennbahn aufbauen, zwei Fahrer, zwei Autos, eine Bahn – Geisterfahrer-Simulation. BAUTZ! Spoiler weg, Riss in der Karosserie, Scheibe geborsten. Tatsächlich war die Erkenntnis: Desto schneller, desto heftiger.

Nun aber die Meldung am Freitag. Die Jungs und Mädels im CERN haben ein Problem. Die haben mit Neutrinos, das sind allerallerallerkleinste Teilchen, rumgemacht. Bislang nimmt man an, dass die keine bis fast keine Masse haben. Ob das so ist, damit beaschäftigen sich gerade Jungs und Mädels in Karlsruhe. Von Genf aus haben die CERNis Neutrinos nach Italien in die Abbruzzen geschickt. Unterirdisch. Einfach so durch alles durch. Kein Thema. Ohne Straßen, ohne Röhren, ohne alles. Das geht Ratzifatzi. In den Abbruzzen kann das Eintreffen gemessen werden. Kann mir mal einer sagen, wie das funktionieren soll? Neutrinokanone, Neutrinotorpedo. Und das alles ohne Masse. Da schießt man die Teilchen per Neutrino-Pistole einfach irgendwo durch die Kellerwand des CERNs und empfängt die dann in Italien? O.K. – die werden schon wissen, was sie tun.

Wenn man nun also weiß, wie lange die Neutrinos für die 732 Kilometer gebraucht haben, kann man ausrechnen, wie schnell die waren. Der Tacho blieb bei 26.800 km/h stehen. Mehr als Lichtgeschwindigkeit. Überlichtgeschwindigkeit. Das dürfte nicht sein, weil Einstein gesagt hat, dass dann die Masse gegen unendlich gehen würde. Die Forscher/innen sind ratlos. Haben alles gecheckt, durchgerechnet, kontrolliert, kontrolliert, kontrolliert und das Ergebnis bleibt. Hier die CERN Pressemeldung.

Wikipedia: “2011 wurden Messdaten dieses Experiments publiziert, denen zufolge die vom CERN gesendeten Neutrinos ca. 60 ns zu schnell ankommen und damit mit 26.800 km/h über der Lichtgrenze faktisch Überlichtgeschwindigkeit zu erreichen scheinen. Dies steht allerdings im Widerspruch zu anderen Geschwindigkeitsmessungen, und eine Untersuchung durch die wissenschaftliche Gemeinschaft steht noch aus.”

Widerspruch zu anderen Messungen – zum Beispiel hier beschrieben. Was die ganze Sache relativiert. Mich hat das Ganze so fasziniert, weil ich gerade Jan Brandt “Gegen die Welt” lese und es dort unter anderem um Außerirdische geht. Plutonier. Mir kommen diese CERN-Experimente auch irgendwie außerirdisch vor, als würden wir am Fuße neuer Erkenntnisse stehen, die die Welt verändern. Was wird da entdeckt werden? In zehn, zwanzig Jahren? Odert schon jetzt gerade?

On the top lag dann noch gestern ein Alien bei uns im Garten. So merkwürdig grau grün. Gut getarnt. Das Vieh tut so, als wäre es ein Muskatkürbis, der bei uns im Garten gewachsen ist. Ne, ne. Das ist ‘nen mutuierter Plutonier nach Jan Brandt. Den holen wir uns nicht als trojanisches Pferd ins Haus. Nachher übernehmen die bei uns die Kontrolle im Haushalt. Ist zu zweit ja schon schwierig genug, sich da immer so einig zu sein. Und dann noch Außerirdische in der Küche. Lass mal. Sollen die mal schön draußen puppenlustig weitermutieren oder sich einen anderen Planeten suchen. Was für eine Welt… Oder muss ich sagen: Galaxie?

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jens: Monday, 26. September 2011, 08:37 in Allgemein

Spuren im Haus:)

Heute Morgen ging ich die Treppe hinunter ins Büro. Da fielen mir kleine Änderungen auf. Schöne Überraschungen. Männer mögen vielleicht nicht dekorieren, aber manche Deko mögen Männer schon. Ich auch. Die Rose stammt aus einem Blumenstrauß, den Ela von der Dorfgemeinschaft geschenkt bekommen hat. Wir hatten zum 50jährigen Jubiläum die Festzeitung gestaltet. Die Steine stammen aus Ligurien. Aus einer schönen, schönen Bucht, die voller solcher Steine ist. Ich nahm den einen. Da sagte Ela. “Den anderen, der neben ihm gelegen hat, den kannst du jetzt nicht zurücklassen. Die gehören zusammen.”

jens: Thursday, 22. September 2011, 12:53 in Allgemein

Die Zwänge der Deutschen.

… der Niederländer. Der Amerikaner. Jan Brandt. Gegen die Welt. Meine momentane Bettlektüre nach langen Tagen. Vorher waren es Marten ‘t Hart und Jonathan Franzen. Jan Brandt, Deutschland, geboren 1974. Jugend in den Achtzigern. In Ostfriesland. Leer, Aurich. Provinz.

Ist das ein Makel der deutschen Literatur? Dieses oftmals Kleinstädtische. Enge. Gegen die Welt überrascht mich gerade. Das Buch berührt mich, piekst mich an, erzählt mir etwas, hat eine Stimme, die zu mir spricht. Wieso schafft Brandt das, was vor ihm viele versucht haben? Weshalb gelingt es ihm , die Zwänge, in denen sich seine Protagonisten bewegen, so sichtbar zu machen. Weil ich auch in den Achtzigern aufgewachsen bin, so wie die Jungs um Daniel Kuper? Weil ich weiß, was eine Herkules Prima 5S ist und welchen Stellenwert sie hatte?

Oder weil ich in meinem Leben durch die Provinz getingelt bin und die von Brandt beschriebene Atmosphäre einer verklemmten Westernstadt so gut kenne? Dawson City – Jericho, Ostfriesland. Ich könnte im Quartettspiel der Provinzilität mit Ortsnamen aus dem Emsland, dem Münsterland, der Eifel, dem Westerwald, dem Oberbergischen kontern. Stich.

Lese ich ‘t Hart oder Franzen, lächle ich. Diese Niederländer in ihrem verklemmten Glauben. In ihrer spröden Christlichkeit, in ihrem Bibelstellenverharren. Diese Amerikaner. So liberal, so freigeistig, so locker, so cool. Tolle Namen. Allein: Sie dürfen New York schreiben und damit eine Stadt im eigenen Land meinen. Ganz easy. Keine metapher, kein übergroßes Konstrukt. Eine Stadt, in der Freunde oder Verwandte leben. Ich könnte dem Koblenz entgegenstellen oder Detmold. Wenn ich Franzens Figuren zuschaue, wie sie sich in ihrer eigenen Engstirnigkeit verheddern und dabei ihre Freiheit wie eine Kopfschmerztablette im Aquarium eines Glases Wasser auflösen, dann kann ich nur lächeln. Ein wenig mitleidig überheblich. Siehste, die haben’s auch nicht leicht. Trotz Vegas, Kalifornien, leben auf dem Sunset Boulevard. Glamour, Psychoanalyse inklusive.

Nun ist da dieser Herr Brandt, der den Weg aus dem Ostfriesland der Siebziger und Achtziger bis nach Berlin geschafft hat, wo man leben muss, um den Abstand zu haben und den Mikroskopieblick auf die Vergangenheit zu richten. Die Vergangenheit eines Volkes. Des deutschen Volkes, dass sich marschieren ließ, einst, und das nach der x-ten Aufklärung dann in den Sechzigern begann, sich selbst zu sezieren, um dann trotzdem in den alten Mustern weiterzumachen? Weshalb kommt mir diese Jan Brandt Welt der Achtziger so vor, als habe sich nichts getan? Weshalb ist dieser Ort Jericho so zeitlos? Haben wir in den letzten 40 Jahren wirklich irgendetwas von unseren Zwängen über Bord geworfen? Stehen wir heute mit unserem wahren inneren Kern an einer anderen Stelle?

Ich freue mich so über dieses Buch gegen die Welt, weil es groß ist. Weil es mit ganz eigenen Mitteln Verklemmtheit zeigt. Manchmal schaue ich auf meine Tastatur und sehe die 26 Buchstaben plus Hilfstasten. In diesen Tasten steckte gegen die Welt und Jan Brandt hat die Geschichte dort heraus gehoben. In einer Zeit, in der sich alles auf das Materielle stürzt. Die Dollars, die Euros, die Maschinen zur Bewahrung der Umwelt, die Technologien zum Kampf gegen alles. In dieser Zeit ist ein solches Buch doppelt viel wert, weil es den Menschen in den Mittelpunkt rückt und uns eindringliche Fragen stellt. Wie seid ihr unterwegs? Was macht ihr aus dem, was ihr habt? Wie menschlich seid ihr?

Keine politischen Fragen, keine Problemlösungsansätze. Eine Auseinandersetzung, die Worte in den Mittelpunkt rückt, die fragen: Was machen wir hier eigentlich Tag für Tag? Sich damit auseinanderzusetzen wäre parallel zu allem technologischen und ökonomischem Fortschritt sicherlich eine wichtige Säule für den Ausgang des Menschen in diesem Land aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Ich bin gespannt, wie das Buch weitergeht. Momentan fahre ich mit Jan Brandt Bahn – Richtung gegen die Welt:)

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jens: Thursday, 22. September 2011, 08:15 in Allgemein

Jean Paul Sartre: Der Mensch ist zur Freiheit verdammt.

Punkt. Doppelte Unterstreichung. Wir befinden uns mitten im Philosophieunterricht der neunten Klasse meines Sohnes Jim. Gestern holte ich ihn nach dem Gitarrenunterricht – den er wegen eines Spaziergangs mit einer Freundin und ihres Hundes verpasst hatte – von der Schule ab. Wir beiden neigen dann dazu, zu diskutieren. Letzte Woche hatte er mir eine Predigt gehalten, weil ich über einen Autofahrer geschimpft hatte, der auf der Autobahn schon in der Auffahrt gedrängelt hatte. “Papa, du machst es nur schlimmer. Du setzt nur Aggressionen in die Welt.” Danke.

Nun also der Satz von Jean Paul Sartre, der als Symbol des Existenzialismusses in die Geschichtsbücher eingegangen ist: “Der Mensch ist zur Freiheit verdammt.” Jim ist jetzt in der neunten Klasse, wird bald 15. Nach antroposophischer Denkart hat sein drittes Lebens-Jahrsiebt begonnen und damit die Phase der Ich-Ausrichtung. Wer bin ich? Was will ich? Er ist jetzt kein Kind mehr, sie sind keine Kinder mehr. Junge Frauen und junge Männer mit zunehmend eigener Weltsicht. Deshalb haben sie nun auch keinen Klassenlehrer mehr, sondern einen Betreuungslehrer und eine Betreuungslehrerin. Neues Personal. Und jetzt geht es plötzlich ans Eingemachte. Jim fliegt die Welt um die Ohren. Dauernd so Fragen, die im Raum stehen, die aus dem Hintergrund kommen: Wer sind wir? Woher kommen wir? Kunstgeschichte: In einer der ersten Stunden haben sie Höhlenmalerei betrieben. Mit selbst hergestellten Farben auf Tonflächen gemalt. Lascaux. Die Anfänge. Nachfühlbar. Wie haben die Höählenmenschen gedacht, weshalb haben sie gemalt? Was wollten sie ausdrücken? Jetzt sind sie über Ägypten in Griechenland gelandet. Ontogenese und Phylogenese – die Entwicklung des einzelnen Menschen enthalten in der Entwicklung der gesamten Menschheit.

Wir saßen im Auto und er sagte mir, dass es um Entscheidungen gehen würde. Wir hätten im Grunde nicht die Freiheit zu entscheiden, wir müssten entscheiden. In jeder Sekunde. Stehe ich auf? Bleibe ich liegen? Nehme ich den Zug? Lasse ich ihn fahren? Existenzialismus.Entscheiden wir nicht, wird für uns entschieden. Kant: “Der Ausgang des menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.” Mein Innerstes wehrte sich, empfand es als unschön, vielleicht unromantisch, die Freiheit über einen Entscheidungszwang zu definieren. Jim ließ nicht los. Ich wollte in eine andere Richtung. Ins Politische. Rosa Luxemburg: “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern.”

Jim ließ sich nicht drauf ein. Blieb bei Sartre und dem Satz. Recht hatte er. Denn: Die Message ist so zentral. Wir entscheiden! Aktiv. Kein Passiv. Nicht: Ich werde gegangen, sondern ich gehe. Das macht Jim gerade. Er geht. In sein Leben. Gestaltet sein Denken, entwickelt seine Ansichten, sein Fundament, seine Individualität. Entscheidet, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Schritt für Schritt. Er leuchtet. Ist von diesen Ideen fasziniert, energetisiert. Wir bogen von der Landstraße ab in Richtung unseres Dorfes. Ich neckte ihn: Wir können nun entscheiden – geradeaus den verbotenen Weg hoch, rechts um die Kurve die erlaubte Strecke oder runter ins Nachbardorf zum Bäcker. Er lächelte und sagte: Tja, da sind wir wohl zur Freiheit verdammt. Also nehmen wir den Bäcker. Ich glaube, der Junge hat den Existenzialismus schon verinnerlicht.

P.S. Beim Bäcker stand unser anderes Auto und Ela und Zoe kamen raus. Sie hatten Brot für das Abendessen gekauft. Und Kuchen! Nur für sich! Erwischt! Jim und ich wollten selbstverständlich Teilchen für alle kaufen. Ela und Zoe meinten, das wäre ja nur für unterwegs gewesen. So! Die Bäckersfrau fragte dann, als Jim und ich rein kamen, ob wir jetzt getrennt einkaufen würden – wir mussten dann petzen, dass die Mädels uns schlicht vergessen haben, weshalb wir das eben selbst in die Hand nehmen mussten. Zwei fette Teilchen. Jim hat Kakao gemacht, teller hingestellt. Wir saßen dann am Tisch, aßen Kuchen und sprachen über die Freiheit… Jean-Jacques Rousseau: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“

Möchtet ihr in das Thema weiter eintauchen, findet ihr hierf Infos: Sarte und Rosa Luxemburg.

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jens: Tuesday, 20. September 2011, 07:53 in Allgemein

Heaven, I’m in heaven..

So. Die Woche im Alleinerziehenden-Modus ist um. Samstagnacht kam Ela aus Portugal zurück, hat sich an mich gekuschelt und nun sind wir wieder komplett. Vater, Mutter, Kind, Kind, Hund, Kombi. Schöne heile Welt. An dieser Stelle sehen das Kommödianten und Kabarettisten zynisch ironisch. Die heile Welt der Familie ist doch ziemlich in Verruf geraten und in Romanen wird immer wieder hinter die Kulisse des vermeintlich warmen, schönen Zuhauses geblickt.

Aktuell lese ich gerade zwei Romane parallel, weil mir der Dumont-Verlag über “Blog dein Buch” einen neuen Roman zugeschickt hat, den ich hier demnächst präsentieren werde. Da der über 900 Seiten hat, dauert das noch. Den Titel kann ich euch schon verraten: “Gegen die Welt” von Jan Brandt. Deutsche Familienidylle im Norddeutschland der achtziger Jahre. Weil ich da in 30 Tagen zu bloggen soll, habe ich mir bei Jonathan Franzens “Freiheit” die Freiheit genommen, zu pausieren. In beiden Büchern geht es um Familie und den Blick auf die Zeit und die Gesellschaft. Und um Freiheit. Die eigene, persönlich gestaltete Freiheit. Aus unterschiedlichen Perspektiven…

Nun, in Romanen läuft natürlich immer irgendwie alles schief. Die Figuren sind ungewöhnlich, gegen den Strich gebürstet, leiden an der welt, liefern den Stoff für das Dramatische. Und nun komme ich daher und schreibe sozialromatisch über die schöne, schöne Familie. Heaven. Nun, ich mache das, weil das auch mal gesagt werden soll. Aus dem realen Leben heraus. Also nicht die Rama-Werbung, sondern die Familie aus Deutschland am 19. September 2011. Die Familie, in der die Mutter gerade aus Portugal zurückgekommen ist. Die sich dort sieben Tage eine Auszeit genommen hat, um mit anderen Menschen Yoga zu machen, während der Vater daheim sich um Haus, Hof, Hund und vor allem die Kinder kümmerte. Oder die sich um ihn oder so…

Nach so einer Woche des Getrenntseins ist es nun einfach ein wirklich wunderbares Gefühl, wieder als Familie zusammen zu sein. Einfach alle im Haus zu haben. Sich an einen Tisch zu setzen, sich zu unterhalten, all den Erzählungen zuzuhören, was alles passiert ist. Manchmal wird Familie dargestellt, als sei sie eine Last. Das Ende des individuellen Lebens, der Wandel der Eltern von Individuen zu Servicepersonal. Auflösung des Ichs. Das ist ein Teil der Wahrheit und Wirklichkeit. Und wenn die Kinder klein sind, ist es sogar ein sehr großer Teil. Aber mit der Zeit dreht sich das. Da wird Familie ein Ort, der immer mehr gibt. An dem es einfach schön ist, zu leben. Wo menschlicher Reichtum herrscht. Eine Abenteuerwelt, in der kein Tag ist wie der andere. An solchen Tagen wie gestern, an solchen Übergangstagen von einem Familienaggregatzustand in einen neuen, wird das sehr, sehr spürbar. Dieses Gefühl ist schön. Sehr schön. Und tief. Hach.

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jens: Monday, 19. September 2011, 08:13 in Allgemein

Lana Del Rey – a new star is born…

Wenn ein Engel geht, erscheint ein neuer Engel. Amy Winehouse ist nicht an Drogen gestorben. Zumindest hatte sie keine Drogen in ihrem Körper, als sie starb. Wer hätte das gedacht. Ihr Vater sagt im Interview, dass sie schon lange clean gewesen sei, aber ihm das niemand glauben würde und ihr niemand geglaubt hätte. Aber er meinte auch, sie sei halt schwer drogenabhängig gewesen – früher – und deshalb könne man nicht wissen, was jetzt ausschlaggebend für ihren Tod gewesen wäre… Nun, sie ist gegangen. Und mit ihr eine große Stimme. Ihr letzter aufgenommener Song kommt bald raus und die Einnahmen gibt ihr Vater an ein Projekt, dass jugendlichen Drogenabhängigen hilft. Wer Ihre Stimme zusammen mit Tony Bennett in ihrem letzten aufgenommenen Song hören möchte, höre bitte hier. Body and soul. Alte Schule. Ein wunderbarer Abschied. Wenn Amy einsetzt – Gänsehaut.

Die Königin ist tot, es lebe die Königin. Das Rad der Welt dreht sich weiter. Buddhisten sprechen von Samsara. Nun. How ever. Gestern war ich zunächst bei Spiegel online auf den Bericht über Amy Winehouse gestolpert, dann traf ich im Netz auf Lana Del Rey über meinen Lieblings-Tumblr-Blog fuck you very much aus Dänemark. Ich weiß auch nicht, wie die beiden Macher das immer machen:) Plötzlich sang dort in einem Video Lana Del Rey. Sie ist die Neue.

Sie hat erst drei Songs veröffentlicht und noch keine Platte. Steht kurz davor, das zu tun. Eine Single (!) am 16. Oktober. Die komplette Marketing-Maschine rollt schon – Twitter, Facebook, MySpace, Youtube, eigene Seite. Lana Del Rey. Ich kann euch schon jetzt sagen, das wird ein Selbstläufer. Die Frau hat’s. Was auch immer. Stimme, Charisma, Ausstrahlung. Irgendwo habe ich gelesen, sie wäre der Gegenentwurf zu Lady Gaga. Ich glaube, das stimmt nicht. Sie hat ähnliches Potenzial. Das sind die neuen wilden Frauen aus den USA. Auch sie wechselt ihr Äußeres, spielt mit Klischees – bislang noch ein wenig subtiler, als die durchgeknallte Lady, deren Fleischkleid gerade von einem Präparator haltbar gemacht wurde. Sie hat was vom mädchenhaften Spiel einer Marilyn Monroe im Blick. So komplett unschuldig sexy.

Ihr wollt Sie hören? Und sehen? Here we go… – Video Games von Lana Del Rey.

Tolles Video. So family like. Altes Material. Schöne Stimme. Starke Lana Del Rey. Ich habe es mittlerweile bestimmt fünf Mal gesehen und mir angehört. Und dann ist da noch KINDA OUTTA LUCK und außerdem Blue Jeans. Wünsche euch viel Spaß mit Lana Del Rey – wir werden sie jetzt öfter hören…

Übrigens: Vor Ihrer Lana Del Rey Karriere hieß die New Yorkerin Lizzy Grant. Im Netz habe ich ein Video ihrer Nummer Kill, kill gefunden. Gleicher Sound, gleiche Videokultur, anderer Name. Und dann ist da noch dieses Interview mit Lizzy Grant, dass einiges über ihren Werdegang verrät. Tja, und wenn ich nicht zu spät auf diese wunderbare Sängerin getroffen wäre, hätte ich sie am 30. September im Roten Salon der Berliner Volksbühne live gesehen. AUSVERKAUFT! What a…

Hier noch Infos zu Lana Del Rey, als sie noch Lizzy Grant hieß und folgendes auf Ihrer Internetseite stand, die jetzt auf Lana Del Rey umgeleitet ist: lizzygrant.com featured this biography: “Lizzy Grant was born on the day of Worldly Rapture. She is inspired by Caffeine, G-d, and David Lee Roth. She spent two years as a trapese artist in a southern California circus. She’s been married four times in 5 countries. Having shared the stage with such acts as Mirah, The Blow, and John Mayer, it’s no surprise that she’s one of the most sought after and intriguing acts to have errupted on the New York music scene. A regular friend and influence on the downtown crowd, Lizzy Grant has been named the unofficial sweetheart by hipster musicologists everywhere. A winner of the Williamsburg Live Songwriting Contest, and notorious femme fatale, she’s sweeter than yo mama’s apple pie”

P.S. – Ihre offizielle Website: http://lanadelrey.com/

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jens: Friday, 16. September 2011, 10:49 in Allgemein

Super 8

Erinnerungen im Hirn
No High Density
alles verwackelt, verschwommen
Flimmern, Kratzer
reihenweise Polaroids
staubpartikelfleckig
Fliegenscheiß

Dieser Raum?
Diese Matratze?

Dich hat’s umgehauen
brauchte dich
liebte dich
wollte dich
Die Füße im Feuer

Händeringen
Lebensabstandshalter
Umstandshalberunmöglichkeit

Bildriss, Filmriss
SEX & DRUGS
die alten, alten Zeiten, Zeiten

Deine Stimme aus dem Off
legt sich drüber
den Vorhang gezogen

Wir wollten es
nicht getan
nur noch eine Geschichte sagtest du
zur langen Nacht

Flixflaxcrash
die Nadel in den Windungen
tief, tief hineingebohrt
abgelegt
unrefreshed

Kiss me
Please
Bitte, bitte

Gezeichnet

september 2011

jens: Friday, 16. September 2011, 10:45 in Allgemein