Archiv für den Monat January 2012

Keep cool Cooper:)

Schmitz: Guten Tag, Herr Cooper.

Cooper: Guten Tag, Frau Schmitz.

Schmitz: Herr Cooper, Sie sind ein Hund, ein Labrador, der es in den letzten Monaten zu einigem Ruhm gebracht hat.

Cooper: Ja, das ist mir absolut bewusst. Es ist eine Karriere, die ich mir so kaum vorstellen konnte. Sie müssen wissen, ich kam als namenloser Labrador nach Deutschland, bin so eine Art Migrant. Ich hatte nichts. Gar nichts, außer den festen Willen.

Schmitz: Nun wurde sogar ein sibirisches Kältetief mit eisigen Temperaturen nach Ihnen benannt.

Cooper: Das ist richtig. Es ist mir natürlich eine große Ehre, wenn auch vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Es ist so, ich habe meine Kernfamilie früh verlassen. Das waren damals harte Zeiten. Wir waren viele Kinder und die Bedingungen waren nicht gerade die besten. Ich bin früh von meiner Mutter getrennt worden – Retriever in Not e.V. hat sich um mich gekümmert und irgendwann hat mich mein sogenanntes neues Herrchen mit dem Auto abgeholt und Stück für Stück in die Medien gebracht.

Schmitz: Wie ist es, sich jeden Tag groß im Internet zu sehen? Ihre beeindruckende Nase ragt ja quasi aus dem Bildschirm hinaus?

Cooper: Anfangs war es ungewohnt, das muss ich zugeben. Cooper hier, Cooper da. Vom Wesen her ist mir Bescheidenheit wichtig, ein zurückgenommenes Leben. Die Rampensau bin ich nicht. Dann habe ich mit dem Herrn Schönlau, meinem treuen Begleiter, angefangen zu arbeiten. Wir haben ein paar Schreibübungen rausgehauen und ich hab ihm gesagt “Nimm mal die Kamera mit raus”. Der eine oder andere Hinweis hat dann geholfen, dass er auch das fotografiert, was unser Leben hier ausmacht. Die ersten Fotos waren schrecklich. Eine halbe Pfote formatfüllend oder eine Krähe am Himmel in fünf Kilometern Entfernung. Aber mein Herr Schönlau ist lernfähig und so konnte er dazu beitragen, dass mein Onlineprojekt wächst.

Schmitz: Nun sind sie der erste Labradorrüde der Welt, der interviewt wird und hier Rede und Antwort steht. Was ist ihre zentrale Message?

Cooper: Sehen sie, aus der Sicht eines Hundes ist manches anders. Mir ist es wichtig, raus zu gehen. Wir können nicht da stehen bleiben, wo wir gerade sind. Wir müssen laufen. Äh sorry, Herr Schönlau, könnten Sie mir gerade noch eine Schale Wasser holen? Bitte das links herum drehende aus der spanischen Heilquelle, die dunklen Flaschen, danke, sehr nett. Zurück zum Thema. Wir müssen uns einfach bewusst bewegen in diesem Leben. Müssen auch mal Stellung beziehen, Reviere markieren und dazwischenbellen, wenn etwas nicht stimmt. Wir können nicht einfach immer nur Dinge holen, wieder und wieder apportieren. Das bringts nichts. Das ist reine, stupide Wiederholung. Meine Meinung ist: Mit den Pfoten fest auf der Erde stehen und sich auf Wesentliches konzentrieren.

Schmitz: Herr Cooper, in der Mode haben Sie einen neuen Trend ausgelöst. Sie tragen nur schwarz. Ist das ein neuer Existenzialismus? Lesen Sie Sartre?

Cooper: Ich gehöre zu einer späteren Generation. Mein Credo lautet: Poststrukturalismus leben. Ich gehe eher in die Richtung Derrida, Foucault. Auflösung und Neufindung. Ich denke, es ist wichtig, die Spuren zu lesen. Nachzuschnuppern, wo wir herkommen und daraus einen neuen Weg zu gestalten. Schwarz ist da eine Möglichkeit, Raum zu schaffen. Als Projektionsfläche für Farben, Spektren.

Schmitz: Wir haben gehört, es liegen erste Angebote für Filmrollen vor?

Cooper: Ja, definitiv. Um mich herum ist gerade einfach ein unheimlicher Hype entstanden. Allerdings bin ich da vorsichtig. Ich möchte das alte Lassie-Klischee nicht bedienen. Das ist mir zu abgerichtet, da fehlt das Feeling von Freiheit. Verstehen Sie? Der Hund im Kontext menschlicher Wünsche. Auch hier müssen wir neu denken. Als Hund kann ich viel dazu beitragen, Veränderungspotenziale aufzudecken. Als Tiere leben wir anders, sind näher dran, haben eine feinere Nase. Ein Gespür. Wir wissen, wo die Drogen, wo die Gefahren lauern. Manchmal könnte ich “Merde” schreien, wenn ich zum Beispiel sehe, wie mein Assistent Herr Schönlau es in seiner menschlichen Art verbockt. Aber er lernt. Deshalb habe ich dieses Blogprojekt für ihn ins Leben gerufen.Das kriegen wir schon hin. Danke, Herr Schönlau, genau die richtige Temperatur. Haben Sie noch eines von diesen leckeren veganen Leckerlis von letzter Woche? Möchten Sie auch, Frau Schmitz?

Schmitz: Äh, äh, nein danke. Ich hab eben, also…

Cooper: Frau Schmitz, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Schmitz: Das sage normalerweise ich, aber…

Cooper: Es sind neue Zeiten, meine liebe Frau Schmitz. Ciao, ciao. Herr Schönlau, ziehen Sie sich warm an. Draußen ist mein sibirischer Namensvetter unterwegs und will meinen schwarzen Pulli auf Dichtigkeit testen. Nicht dass Sie mir wieder rumjammern, ne. Und los:)

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jens: Tuesday, 31. January 2012, 17:36 in Allgemein

Schneehase und Hochzeitsschuhe

Es ist Sonntag. Ein Sonntag im Januar. Kalt, grau, drinnen sehr gemütlich. Die Ofenflammen lodern, die Kinder räkeln sich in ihren Betten. Mich ruft der Schreibtisch. Steuer. Doof. Ich träume von einem Bierdeckel. In der Mitte die wunderbare Krombacher-Insel aus der Werbung. Die Insel kann man nun bei uns im Nachbardorf an der Wiehltalsperre live sehen. Rund um die Insel – also auf dem Bierdeckel – ein weißer Rand, der einige Zahlen fasst. Aufgeschrieben und ab damit zum Finanzamt und fertig. Aaaah! Schön wärs. Es werden immer mehr Bögen, immer mehr Gesetze. Jedes Jahr Neuerungen, die man kennen muss. Das Steuerthema ist ein Zwangsdauerbrenner. Ich liebe die Steuer…

Ela hat gekocht. Sonntagsessen. Die Steuer ist gemacht, der Sonntag beginnt. Die Familie sitzt vor ihren Tellern, füllt sich auf, fühlt sich wohl. Da. Oh, Schreck. Der Blick der Kinder aus dem Fenster. “Was ist das?”, “Eine Katze?”, “Doch nicht mit Schlappohren!”, “Ein Hase!”, “Qui, qui, Monsieur Hase, Hase.” Manchmal spricht diese Familie in Literaturzitaten. Die Kinder springen auf. “Hallo Kinder! Wir essen!”, “Papa, los. Wir müssen den retten, sonst wird der noch überfahren!”. P in den Augen. Panik. Das weiße Fell, ihr wisst schon… Dringlichkeit, jetzt reagieren. Och neeee, die ganze Woche von Termin zu Termin gehetzt, nur im Auto gesessen, in Meetings, der Kopf ist voll, der Teller auch. Gerade noch Steuer, wenigstens jetzt ein wenig Sonntag…

“Jens!” O.K. Ich esse noch einen Happen. Sie haben alle recht, obwohl ich die Dramatik nicht ganz teile, weil zwischen Straße und Hase ein Maschendrahtzaun ist, der für den Schlappohrkollegen wohl eher die innerdeutsche Grenze vor 89 markieren dürfte. Aber: Papas haben nun einmal ein Image zu verteidigen. Held, Retter in der Not. Mein Job. Vorbild. Also auf. Und Action. Hasenkostüm an, quatsch, Hasenfänger-Handschuhe, weil die pussierlichen Nager ihre Krallen schärfen. Monsterrabbits. Die Kinder nähern sich von Westen, ich umgehe das Tier, antizipiere den Fluchtweg, schätze Geschwindigkeiten ein, sehe mögliche Haken voraus. Jim greift entschlossen zu, der Hase zappelt kurz, kratzt über die Hand – Aua – Jim lässt los, wir sind gewarnt.

Nun – should we stay or should we go? Jagen, langsam nähern, lassen? Es liegt Schnee. Der Kollege in weiß hat zwar so einen Angorapulli, aber eben keine Dauenjacke. Wer weiß? Und der Fuchs und die 40-Tonner. Es bleibt kein anderer Ausweg. Hasenrettung. Meister White verkriecht sich unter einem Busch. Spielen wir hier verstecken oder was? Mein Mittagessen ist jetzt eh kalt. Jim fasst unter den Busch, der Hase hüpft in meine Richtung, ich fasse zu. Hand in das Nackenfell, as Tier dicht an den Körper, damit es nicht treten kann. Baby, ich hab dich, jetzt gib bitte Ruhe, wir sind sowas wie das THW, die Feuerwehr, GSG 9, Special Forces, Ärzte ohne Grenzen oder was dir lieber ist. Meinetwegen auch Cap Anamur, wenn du es lieber etwas exotischer hast. Wir wollen dich retten!

Hase auf dem Arm und keine Ahnung, wo der her kommt. Zoe sagt: Spuren folgen. Da ist Indianer mit drin in dem Kind. Trapper. Pfadfinder. Wir folgen tatsächlich der kleinen Fußspur. So, über den Spielplatz ist er gekommen, einmal rum um die Rutsche, das Karussell hat ihn auch interessiert. Klares psychologisches Profil für Holmes, Sherlock und die Detektivgang. Über den Zaun rüber, hinter das Haus. Was haben wir denn da? Einen Hasenstall. Wir klingeln. Who is there? Die Hasenfänger von Hameln. Freude. Da ist Fussel ja. Stimmt. Jim, der Monsieur Hase, Hase liebevoll übernommen hat, trägt nun eine weiße Angorajacke. Wir hören die Fussel-Story, dass er gerne ausbüchst, lieber draußen ist und allmählich sein Fluchtrevier Richtung Straße ausweitet. Das kann ja lustig werden. Sonntags werden nun beim Mittagessen die Fenster zugeklebt!

Zuhause angekommen, liegt ein Euro vor der Garderobe. “Wem gehört der?” Jim meldet sich. “Papa, willste die Story von dem Euro hören?”. Klar will ich. Storys sind immer gut. Den Euro hatte Jim einer Schulfreundin geliehen, die einen Euro in die Klassenkasse zu zahlen hatte. Nun hatte ein anderer mit 100 Centstücken zahlen wollen, gegen die das Mädchen sofort ihren Euro eingetauscht hat. Nun hatte sie 100 Centstücke, aber keinen Euro mehr für die Klassenkasse. Den hat ihr Jim dann vorgestreckt. Denn: Das Mädchen sammelt Centstücke für ihre Hochzeitsschuhe. Ist das süß? Wir leben im Jahr 2012 in einer Welt voller Facebücher und solcher Sachen uns sie träumt von ihrer Hochzeit in weiß. Prinzen aller Welt, atmet auf, ihr könnt weiterreiten. Ihr werdet noch gebraucht!!! Die Welt ist voller weißer Hasen und weißer Prinzen, äh Hochzeiten ganz in weiß…

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jens: Tuesday, 31. January 2012, 17:34 in Allgemein

How to energize your life now!

How, now, wow! Spectacular! Das ist die Sprache von new age. Gerade sitze ich hier vor meinem Bildschirm und quäle die Tastatur mit harten Einschlägen. Hämmern! Als würde Robert Redfort als investigativer Journalist die Story seines Lebens in die Maschine knallen – so kurz vor Redaktionsschluss. Ich fühle mich wie dieses batteriegetriebene Duracell-Äffchen, das die Becken voller Lust und Freude gegeneinander schlagen lässt. Immer und immer.

Was ist los, Herr Schönlau? Mr. Übermut. Drugs? Hat da irgendetwas Flügel verliehen, den Alltag angespeedet? JA! Ihr kennt wahrscheinlich dieses ewige Auf-und-Ab des Lebens. Up and down. Kennt sogar der Dalai Lama, wie ich gerade gelesen habe. Manchmal fühlt er sich morgens nicht ganz so gut. Überraschung. Ich dachte immer, irgendwann würde man auf dieser wunderbaren, rosaroten Zuckerwatte-Kitschwolke leben und in einer entspannten Piz-Buin-Stellung verharren – mit breitem Grinsen. Naturstoned. Weit gefehlt. Die Sinuswellen bleiben, nur der Umgang ist ein anderer. Traurige Wahrheit – wer was anderes erzählt, ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein Scharlatan. Aber wer weiß… Man hat schon Pferde vor die Apotheke – ihr wisst schon. Nichts Genaues weiß man nicht. Alles nur Ahnungen.

Am Morgen lag ich im Bett, was hätte ich auch im Schrank gesollt? Hörte Ela und die Kinder raffeln und rumoren, weil ich diese Woche ausschlafen darf, um nächste Woche wieder Servicepersonal zu sein. Den Kindern, dem Leben dienen. Ich schlug ein Auge auf. Vorsichtig. Nahm Kontakt zur Welt auf, als schon der erste Gedanke kam. Wie so ein vorlautes i-Dötzchen in der ersten Reihe der ersten Klasse. Schnipps, schnipps. “Hallo! Hallo! Ich weiß was…”. Bei mir ging es ganz profan um Jobs. Ich bin gerade nur unterwegs. Sitze in Briefings und Meetings und Eatings und wie dieses Zeugs heißt und werde fast ausschließlich für das Erstellen von Konzepten gebucht. Cobra 11 im Kopf, der totale Alarm. Überlegen, denken, ordnen, Marken auseinanderhalten, nachfühlen, in Kosten denken, in Möglichkeiten, Visionen schaffen, runterholen, realisierbar machen. Die ganze Klaviatur.

Dann kam Ela. Und dann, ja, kam Ela zu mir ins Bett, um kurz zu kuscheln, anzudocken. Ruhe, Entspannung. Home, sweet home. Angel. Hafen. Frau. Alles. Neben ihr lag Flash-Gordon und schoss Adrenalinpfeile ins Universum. Moi.

Ich trank meinen Kaffee, setzte mich auf mein Kissen, ließ meine Übungen vom mir zugehörigen Körper durchführen. Da überfiel mich ein Lachanfall. Man könnte nun mutmaßen, das wäre ein Zeichen beginnenden Wahnsinns gewesen. Njet. Es war ein Lösen. Ihr wisst, ich habe letztes Wochenende mit einem Lama verbracht, der uns einige Übungen gezeigt hat. So indisches Zeugs, das die Yogis verwenden. Um also meinen Kopf zu durchlüften und die Themen zu ordnen, saß ich da. Da kam dieser Lachanfall. Was habe ich gelacht. Und was glaubt ihr, wie schön das war. So ein tiefes, ehrliches, gesundes, fröhliches, kraftvolles Lachen. Da gehen schon wieder die Mundwinkel hoch. Anschließend habe ich meinen Küchenjob erledigt und die Spülmaschine ausgeräumt, da fühlte ich mich energetisiert, als hätte ich eine Schiffsladung Traubenzucker durch die Nase gezogen.

Tja. Und was sagt mir das? Oder euch? Ich würde sagen: Es ist schön, unterwegs zu sein. Es ist gut, sich zu bewegen. Es lohnt sich, zu schauen, zu machen und zu tun. Was auch immer. Als Kind war ich immer Klassensprecher. Seventies. Da hatten wir Schüler-Mitverantwortungs-Wochenenden, wo wir diskutiert und geplant und gemacht haben. Danach hat Schule einfach immer mehr Spaß gemacht. How to energize your life now? Aufstehen, raus gehen, über den Tellerrand treten, die Welt umarmen, sehen, was es sonst noch gibt, den Kopf durchlüften und viel, viel lachen:)

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jens: Tuesday, 31. January 2012, 17:33 in Allgemein

Die wunderschöne Musik des Herrn Ludovico Einaudi

Nun habt ihr vielleicht mittlerweile “Ziemlich beste Freunde” gesehen. Ist euch die Musik aufgefallen? Die Klavierstücke? Die Musik stammt von dem Italiener Ludovico Einaudi. Die Kreise schließen sich. Bei uns im Haus ertönt permanent Einaudi. Seit Wochen. Jim und Ela üben und spielen Einaudi-Stücke auf dem Klavier. Jeden Abend ist die Wohnung voller Ludovico Einaudi.

Heute Morgen habe ich die Kinder mit dem Auto zum Bus gebracht. Minus vier Grad, eisekalt, ich glaube selbst Cooper hinten im Kombi hat gefroren. Der guckt dann so schräg. Ela sagt: Sich der Kälte anvertrauen (Das war eine der ersten Botschaften, die sie mir vor vielen, vielen Jahren hat zukommen lassen. Es folgten viele weitere, die für mein Leben nützlich geworden sind. Es ist gut, wenn man mit einer Frau zusammenlebt, die dem Leben immer auf der Spur ist, die fragt, sucht, findet.) Also nicht verkrampfen, den Abwehrmechanismus loslassen und schon ist es nicht mehr so kalt und aus einem Feind wird ein schöner, frischer Freund. Der hat mich auf dem Rückweg begleitet. Und weil ich gerne Musik höre, habe ich das Radio eingeschaltet, das auf CD-Play stand. Was kam raus? Ludovici Einaudi. Ela war gestern Abend in der Sauna und hat auf der Rückfahrt Einaudi gehört und ich habe heute Morgen (da schreibe ich es schon wieder!) weiter gehört und heute Abend dann, wenn Jim und Ela Klavier üben, dann wird da wieder Einaudi sein und in “Ziemlich beste Freunde” läuft Einaudi und hier im Hintergrund gerade auch, weil ich auf youtube stöbere und nachhöre, was ich euch präsentiere. Einaudi all over.

Was Einaudi komponiert, spielt? Sehr viel! Musik für Film, Orchester, Kammerorchester und auch vor Pop ist ihm nicht fies, weshalb natürlich schnell der Verdacht der verlorenen Ernsthaftigkeit aufkommt. Aber da lassen wir jetzt mal alle bürgerlichen Vorbehalte weg, vergessen unsere verkrampfte Vorstellung von Anspruch und so. Einfach genießen, sich freuen. Klingt so schön rund und harmonisch, was der Herr Ludovico Einaudi aus dem schwarzen Kasten mit Rädern zaubert. Kannn man, nein, kann ich, stundenlang hören. Vor allem, wenn es live aus Zoes Zimmer klingt. Ich habe mich, um euch nicht länger auf die Folter zu spannen, für eine Live-Aufnahme eines Konzertes in der Royal Albert Hall in London entschieden. Das Stück heißt Divenire, was so viel wie “werden” bedeutet. Es wird, es wächst, es kommt. Es ist. Alles schön und gut und klangvoll – mit Einaudi. Hört selbst.

Mehr über Ludovico Einaudi, seine Musik, sein Schaffen, sein Aussehen (immer wichtig:) )erfahrt ihr auf Wikipedia (müsst ihr euch heute beeilen, weil die aus Protest gegen zwei US-Internetgesetze für 24 Stunden den Dienst verweigern und die Server abschalten) und auf Einaudis eigner Page.

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jens: Thursday, 19. January 2012, 14:13 in Allgemein

Und jetzt alle: Lächeln:)

Heute ist Welt-Lächeltag. Echt. Vom großen Rat des Vereinten fiftyfiftyblogs beschlossen und verkündet. Ich meine, nach dem Spaß gestern mit “Ziemlich beste Freunde” sollten wir die Stimmung noch ein wenig auskosten. Hier im Rheinland beginnt ja so allmählich die fünfte Jahreszeit und alle schunkeln sich mental schon mal ein. Die große Frage, die im Raum steht: Was ziehe ich an? Als was gehe ich?

Heute Morgen – diese Wortkombination schreibe ich ziemlich oft im Blog (Hört sich an wie “es war einmal…”) – hatte ich eine sehr schöne Meditation. Wisst ihr, was eine Meditation ist? Mit wissen meine ich, ob ihr es wirklich wisst. Also: Ob ihr das schon einmal gemacht habt. Wird ja viel drüber geredet und ist in. So wie Yoga. Steht oben auf der “Sollte man machen”-Liste wie Diät oder Sport.

Ich frage mich oft, was Meditation eigentlich ist. Und oft zweifle ich an dem, was Meditation für mich ist. Mittlerweile praktiziere ich – so nennt man das in buddhistischen Fachkreisen – seit Januar 2006. Genau genommen seit dem 18. Januar 2006, als ich bei einer Freundin hier in der Nähe in einem Retreathaus das erste Mal meditiert habe. Danach kam ich raus in eine sternenklare Januarnacht und musste nicht nur lächeln, sondern lachen. Kurz darauf war ich erleuchtet – ich hatte den festinstallierten Blitzer bei uns im Nachbardorf übersehen, als ich zurück fuhr. Es wurde kurz taghell am späten Abend. Breites Grinsen im Gesicht auf diesem Polizeifoto, das eher an Ultraschallaufnahmen von Babys im Mutterleib erinnert. Ich habe es noch…

Bei den Meditationen in den folgenden Jahren war es dann leider nicht immer so lustig. Nix mit dauern naturstoned. Geht ja auch um Klarheit und Erkenntnis, nicht um sich abschießen im Sinne von wegdröhnen. Genau hinsehen. Wie so vieles im Leben und in der Geschichte der Menschheit laufen auch Meditationen in Stufen. Eine Zeit lang passiert nix. Mantras sagen, verbeugen, visualisieren. Es kommt dir vor, als würde sich überhaupts nichts regen. Als wäre das ganze Tun voll für den Arsch. Sorry. Aber diese sogenannten Störgefühle kommen so hoch. Und es kommt nocht mehr hoch, von dem man dachte, das sei längst verdaut. Kinder-Überraschung. In jedem siebten Ei liegen die Schmerzen der Vergangenheit. “Gehe an die Orte, die du fürchtest.” Wer glaubt, Meditation sein pure Entspannung und fortwährendes Vergnügen… Tja.

Heute Morgen nun: Sie ernten, ernten, ernten, was sie säen, säen. Die Fanta4 wissen, wovon sie singen. Ich durfte lange da sitzen und lächeln. Und vieles ist abgefallen, was sich in den letzten Wochen und Monaten angesammelt hat. Dieses wunderbare Gefühl von Ruhe im Kopf, wenn sich der vordere Hirnlappen entspannt. Entkrampft. Als würde in eine selfinflating Isomatte Luft gelassen. (Es knistert tatsächlich hinter der Stirn). Dann ist da dieses Lächeln, bisweilen breite Grinsen und alles, alles, alles ist gut. Für einige Minuten. That’s a big, big Bang and Present. Aus Engstirnigkeit wird Weite.

Mich hat das an ein kleines Weihnachtsgeschenk erinnert, das wir unseren Kunden vor Jahren gemacht haben. Das war eine Schneekugel, in der ein Zettel mit dem Aufdruck “lächeln:)” eingelegt war. Wenn man den Schnee rieseln ließ und der sich gesetzt hatte, dann konnte man das lesen und viele haben anschließend berichtet, sie hätten gelächelt. Schön. Lasst uns doch heute alle lächeln. Lasst uns die Kraft des Lächelns nehmen, die so schön in uns wohnt. Ist es nicht wunder-, wunder-, wunderbar, dass wir lächelnde Wesen sein können? Dass wir beseelt sind von der Kraft des Lächelns, die für so viel Freundlichkeit steht. Lächelnde Menschen sind schön. Lasst uns heute ganz besonders schön sein. Für uns, für andere. Für alle, alles.

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jens: Thursday, 19. January 2012, 14:12 in Allgemein

Ziemlich beste Freunde

Früher in der Schule hatten wir als Pubertierende einen ziemlich bösen Joke: “Keine Arme, keine Kekse.” Ich glaube, das bezog sich auf Menschen mit Contergan-Behinderung. Natürlich ist das ein absoluter No Go!-Witz. Allerdings. Freitagabend waren wir im Kino. Ela, Jim und ich. Es lief die französische Komödie “Ziemlich beste Freunde”. Und darin kam der Spruch umgewandelt vor und das ganze Kino hat gelacht. Hier der Trailer.

Es kamen noch eine ganze Reihe weiterer makaberer Sprüche und Szenen, über die auch herzhaft gelacht wurde. Saßen da nun alles herzlose Idioten im Kinosaal? Denn gelacht wurde mit und über einen Totalgelähmten im Rollstuhl (Philippe) und seinen persönlichen Pfleger (Driss). Philippe kann nur seinen Kopf bewegen. Sonst nichts. Kein Gefühl abwärts. Beim Paragliding abgestürzt, zweiter und dritter Halswirbel gebrochen. Eine ziemlich unschöne Situation, in der er komplett auf Hilfe angewiesen ist. Also sucht er einen Pfleger, der in seine Stadtvilla einzieht und sich um ihn kümmert. Massieren, duschen, füttern, Zeit vertreiben.

In der angeblich wahren Geschichte trifft Philippe auf den arbeitslosen, nach einem gescheiterten Juwelenraub gerade aus dem Gefängnis entlassenen Driss. Ein Schwarzer aus den Pariser Vororten, aus den Banlieu-Ghettos, der als Achtjähriger aus dem Senegal eingewandert ist. Philippe ist extrem reich, mit Maserati und Privatjet, Driss hat nichts, aus seine unbändige Lebensfreude und Vitalität. Und: Er hat das Herz genau dort, wo es hingehört – am rechten Fleck.

Driss wird Philippes persönlicher Pfleger, zieht in die Villa ein und bringt alles auf Trab. Der gutsituierte, mit seiner Behinderung kämpfende Philippe kann kaum fassen, was alles geschieht. Weil Driss keinerlei falsche bürgerliche Moral kennt und komplett im Augenblick lebt, passieren viele lustige Dinge. Eine Freundschaft entsteht. Natürlich wird Philippe von seinem bürgerlichen Umfeld gewarnt. Ein verurteilter Verbrecher! “Die aus der Vorstedt kennen kein Mitleid!” Da fällt der Schlüsselsatz des Films: “Kein Mitleid. Das ist genau das, was ich will.” Eine Schlüsselsatz, eine Botschaft.

Driss kennt wirklich kein Mitleid! “Keine Arme, keine Schokolade.” Philippe weiß oft nicht, ob er lachen oder weinen soll. Er lacht. Entscheidet sich immer wieder, mit Driss zu lachen. Eine gute Entscheidung, die den Film so wirklich wunderschön macht. Einen solch lustigen, menschlichen, gut gemachten Film habe ich lange nicht gesehen. Das Drehbuch hat so viele schöne Szenen und Dialoge zu bieten. Die Schauspieler sind komplett in ihren Rollen. Durchgehend authentisch, die vielen Zwischentöne des Themas werden immer wieder ausgespielt. Nichts wirkt aufgesetzt. Und so tanzen, heizen, fliegen, lachen die beiden Hauptdarsteller durch Paris, durch den Film und nehmen die Zuschauer mit. Prädikat: Besonders lustig und unbedingt empfehlenswert. Solltet ihr euch gönnen.

Meine persönliche Lieblingsszene: “Das ist ein Baum. Ein Baum, der singt.” Im Trailer ganz am Ende:)

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jens: Thursday, 19. January 2012, 14:10 in Allgemein

Fourtytwo and blue, blue Sky:)

Moin. Alles frisch? Blauer Himmel, 42. Die Themen des Tages:) He? Da konstruiert er mal wieder, der Herr Schönlau. Die Frau Richter hat mich heute komplett aus dem Konzept gebracht. Ich hatte einen Plan, der sowas von überhaupt gar nicht geklappt hat. Ist wahrscheinlich gut so. Alles durcheinander. Egal. 88. 42 x 2 + 4. Punkt- vor Strichrechnung!

Ich saß am Schreibtisch und wollte bloggen. Schreiben. Thema war da. Anderes als das hier. Da flog die Tür auf und die junge Fa stand da im kompletten Ornat und fragte, wo ich bleibe. Äh. Ratter, Gehirn, Windungen durchforstet, war da was? Da standen hundert Kamele auf der Leitung, bis die große Glocke, so groß wie der fette Pitter im Kölner Dom, kräftig zu läuten begann. Hallo wach. Wir wollten joggen. Waren verabredet und ich hatte es vergessen. Kerle, Kerle.

Ich versuchte es noch mit der Bequemlichkeitsnummer von wegen “Äh, weißte, passt gerade nich, bin spät dran und nich vorbereitet und…” Ja, denkste. Nich mit dem Commander, nich mit Ela. “Hallo! Los, in die Klamotten, auf die Strecke, beweg dich, ich warte.” Ich meine, sie hat ja recht. Was soll das denn, dies angestelle. Und ist ja auch gut und sinnvoll. Aber draußen war alles nass, bei mir ist Katze mit drin, und noch ein wenig dunkel und überhaupt. Bin gerade ein wenig döselig und noch so nicht in 12 angekommen. Muss man übrigens nur 30 zugeben, dann ist man/frau/kind/hund/ streptococcus pyogenes bei 42.

Also gesagt, umgekleidet, gejoggt, getan. Wow. Schön bunt die Welt. Hirnwirrwarr geordnet. Ampulle Lebensfreude. Extrageil. Und dann, und dann, und dann? Mensch, als wäre ich der Zauberer von Oz. Da schob sich alles zur Seite und draußen ging der blaue Himmel auf und jetzt gerade… Sorry, muss nun weg auf eine andere Seite was buchen. Sag ich gleich. Kleine Pause. Momentchen… (Da bin ich wieder. Hélène Grimaud. 13. Mai in der Kölner Philharmonie. Ab 10 Uhr ist der Kartenvorverkauf gestartet. Ich hab vier Tickets geordert. Also wenn ihr sie mal sehen wollt und schnell seid – hier geht es zum Vorverkauf und hier zu meinem letztjährigen Blog-Beitrag. Ich bin doch ein Gewohnheitstier, ne, ne.)

Wo war ich? Ah. Zauberer von Oz. Mit Weltenkraft, beflügelt vom Klang der Trompeten von Jericho schob ich meine Ärmel hoch und ließ den Himmel in ein tiefes Hellblau kleiden. Alle Nebel verschwanden, Vorhang auf, Bühne frei für die Göttin des Lichts. Ela, äh Sonne. Beide. Wie jetzt? Schön auf jeden Fall, wenn es einen Augenblick nicht regnet und man sich nicht vorkommt, als würde man in einem stalinistischen Staat voller Grau und Dunkelgrau und Dunkelstgrau leben.

Und dann? Sagte Ela Bescheid. “Bescheid” Die fünf Elstern, also Boris und Isabel samt Nachwuchs aus zwei Jahren, saßen oben in den Baumspitzen im Sonnenlicht und unterhielten sich über Soaps und Stars und Teeniekram und Familienzeugs und so. Da konnte ich meine neue Kamera mit neuem Zoom (105 mm – also minus 63 = 42) ausprobieren und die muntere Vogelschar ablichten. Photographisch, wie mein Urgroßvater, der lippische Photographenmeister und Haus & Hofphotograph des lippischen Hofes in Detmold August Schönlau, wohl gesagt hätte. Erinnert ihr euch an die Boris und Isabel-Story? Nein? Die habe ich damals im Brigitte Woman Blog geschrieben: http://blogs-woman.brigitte.de/fifty-fifty/2010/03/17/boris-und-isabel/

Ergo: Alles wird gut, ist gut, bleibt gut. Die Vogelzeichen lügen nicht. Und dann ist da ja noch die 42, die ca. einen Meter hoch ist und die neue Nummer meines Büros darstellt. Draußen vor der Tür prangt sie groß und unübersehbar vor meiner Tür an der Wand. Ein bisschen professionelle Ordnung muss ja sein, sonst weiß ja keiner, wo mein Büro zu finden ist. Also Raum 042, da sitzt der Herr Schönlau und quält die Tasten. Bitte klopfen und einzeln eintreten, sonst ist er verwirrt:) Dafür braucht ihr keine Nummern ziehen und die Wartezeiten sind kurz.

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jens: Friday, 13. January 2012, 12:07 in Allgemein

Zeit, ganz persönlich mal wieder was zu ändern…

Genau. Change. Gestern habe ich es schon geschrieben: Ich bin eingeladen worden, Teil eines Online-Changeprogramms zu werden. Veränderung 2012. Persönliche, individuelle Veränderung. Think global, act local. Also bei sich anfangen. Irgendwo drückt ja immer der Schuh und es lässt sich alles noch ein wenig angenehmer gestalten.

Den Anruf erhielt ich im Dezember: “Hast du Lust, daran teilzunehmen und einen Beitrag zu liefern?” Das wäre also ein schriftlicher Beitrag gewesen. Ein Gedicht, eine Story, ein irgendetwas. Doch mir kam spontan die Idee, ein Seminar zu geben. Hier in der Schule. Ein Veränderungsseminar im Frühjahr. Wenn es hier grün wird und die dunkle in die bunte Jahreszeit wechselt. Was mir vor Augen schwebt ist ein Schreibseminar für Menschen, die gerne über ihre eigenen Worte einen Zugang zu sich und neuen Möglichkeiten finden möchten. Schreiben, sprechen, essen, lachen und ein paar Übungen zwischendurch oder vorneweg. Veränderung angehen. Ideen sammeln, eine Basis schaffen. So denke ich mir das.

Was denkt ihr? Wäre das was? Samstag, Sonntag. Anreise wäre Samstagmittag, Abreise Sonntagnachmittag. In der Zeit würden wir uns schreibend auf die Suche begeben. Wir würden persönliche Themen suchen. Eigene Worte. Sprachzugänge zu dem, was wir uns wünschen, eigentlich wollen. Wir würden Worte suchen, sie in Texte fließen lassen und versuchen, schreibend zu begreifen. Zu begreifen, wo die eigene Reise hingeht. Hingehen könnte. Träume, Wünsche, Wirklichkeiten formulieren. Miteinander. Im April oder Mai – muss ich noch mit Ela abklären. Ich habe an maximal sechs Teilnehmer/innen gedacht, damit genügend Raum und Konzentration da ist.

Was würdet ihr von einem solchen Seminar halten? Habt ihr Ideen für die Gestaltung? Glaubt ihr, das käme an? Ich frage euch jetzt einfach mal, um mir zusätzliche Motivation und Input bei euch zu holen. Blogpower aktivieren:) On. Danke für eure Unterstützung.

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jens: Wednesday, 11. January 2012, 10:12 in Allgemein

Was geht 2012?

Die Welt unter? Oder was? Gute Vorsätze wie Bauch weg und Po knackiger? So sieht es gerade bei uns im Fitness-Studio aus. Rappelvoll. Bis März. Die guten Vorsätze lassen Verträge unterschreiben, die dann ein Jahr laufen – aber nach wenigen Wochen nicht mehr genutzt werden. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, heißt es. Hieß es früher – ich glaube, heute sagt man das nicht mehr.

Andere sagen, 2012 wäre das Jahr der Entscheidung, der Wende. Auf der Welt würde die männliche Dominanz auslaufen und die Frauen würden das Ruder übernehmen, was für einige dann wohl gleich einem Weltuntergang ist. Also ich denke, es läuft alles weiter wie bisher, außer das, was wir ändern. Alles andere ist doch eher Wunsch und Mythos. Denn woher soll es kommen, wenn wir es nicht selbst in die Hand nehmen? Von nix kommt nix. Da wird weder der Po knackiger noch das Bauchröllchen weniger. Und die Sache mit den Frauen? Die verdienen 2012 in gleicher beruflicher Position wie ein Mann immer noch weniger. Aus welchen Gründen auch immer. Und auch da ändert sich nichts, wenn… Eben. Action.

Und wie sieht es hier aus? Bei mir? Im fiftyfiftyblog? O.K. Da ist tatsächlich ein Bauchröllchen. An den Weltuntergang glaube ich nicht – zumindest nicht im Sinne von Armageddon und der biblischen Apokalypse. Das ist schleichender und auch hier fällt das nicht vom Himmel, sondern ist klar zuzuordnen. Wenn man Kernkraftwerke in Erdbeben- und Tsunamigebiete baut und sich Nationen gegenseitig mit Atomraketen in Schach halten, dann kann es passieren, dass da was ganz dumm läuft. Das ist dann aber nicht der Zorn Gottes, sondern die grenzenlose Doofheit von Menschen. Und das ist dann doch die eigentliche Frage immer und überall: Wie doof wollen wir eigentlich sein? Persönlich und in der Gemeinschaft?

Für mich selbst habe ich mir vorgenommen, das Bauchröllchen zu eliminieren, was bislang bis zum Sommer immer geklappt hat. Da bin ich einfach zu eitel. Mit Speckrolle am Strand ist so gar nicht mein Ding. Ergo: Weniger essen. Klarer Zusammenhang. Viel essen, zu viele Kalorien, Speckröllchen. Weniger essen, weniger Kalorien, Speckröllchen weg. Keine Brigitte-Diät, keine Eiweiß-Drink-Tricks, keine Idee aus den USA. Pragmatismus. Ziele.

Und sonst? Ich habe ein paar Dinge gebucht. Im Januar werde ich einen für mich neuen Lama meiner buddhistischen Linie kennenlernen. Ein Meditationswochenende. Ein Kurs. Das ist immer sehr belebend und inspirierend. Ende Februar bin ich dann in London und lerne fünf Tage Englisch. Mein Englisch hat dringend eine Politur nötig. Das scheppert erbärmlich. Den Kurs werden Buddhisten in London durchführen. In ihrem Zentrum und ich werde bei Buddhis in London wohnen. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Sprache und Spiritualität. Abends gibt es gemeinsame Meditationen, die immer besonders intensiv sind, wenn da alle sitzen und murmeln und Mantras sprechen. Hört sich schön an und tut gut.

Im Mai steht ein besonderes Klassik-Konzert an, für das ich gleich Karten buchen werde, wenn klar ist, wer mitkommt. Im Sommer geht es dann wieder nach Levanto. Es gibt also schon einige Dinge, auf die ich mich freue und über die ich hier dann auch berichten werde. Ihr seid also dabei. Dann gibt es noch einige angedachte Themen, die noch nicht konkret genug sind. Eines ist ein Schreibkurs zum Thema Veränderung. Hier in der Schule. Muss ich noch ausbauen die Idee – das gehört zu einem Konzept, zu dem ich einen Beitrag liefern soll. Eine Idee einer fiftyfiftyblog-Leserin…

Also gibt es wieder eine ganze Menge zu tun und ich habe bereits die Ärmel hochgekrempelt. Ich freue mich auf 2012 und das, was ich dazu beitragen kann. Konkret.

Mehr Texte, Fotos und Gedichte im www.fiftyfiftyblog.de. Unter Twitter: www.twitter.com/fiftyfiftyblog. Auf Facebook. Auf Tumblr: hier.

jens: Tuesday, 10. January 2012, 09:02 in Allgemein

fiftyfiftyblog mit neuem Logo:)

Hi Ihr Lieben. Da ist er wieder. Nach einer langen Pause bin ich wieder online. Ich musste mich ein wenig ausruhen, weil das letzte Jahr Spuren hinterlassen hatte. Weihnachten habe ich gemerkt, wie verdammt müde ich war. Kapootttt. 2011 war ein sehr arbeitsintensives Jahr und hat mich jobtechnisch bis zum letzten Tag vor Weihnachten und zwischen den Jahren gefordert. Und 2012 ging auch gleich am 2. Januar los. Mir war es also nicht vergönnt, die Tastatur aus den Händen zu legen. Deshalb habe ich zumindest den Blog ruhen lassen, um morgens ein wenig länger schlafen zu können.

Denn: Ihr kennt das sicherlich, sofern ihr Kinder habt. Die haben Ferien und ihr seid doppelt gefordert. Den zweiten Weihnachtsfeiertag habe ich zum Beispiel damit verbracht, Zoes neues Telefon zu installieren. Da bin ich also über den Dachboden gerobbt, habe Löcher durch Decken und Wände gebohrt, musste einen halben Holzfußboden aufreißen und anschließend wieder verschließen und alles sauber machen und, und, und. Bei Jim lief das neue Midi-Keyboard nicht, weil ein Audio-Interface fehlte, das wir im Kölner Musicstore besorgen mussten, was wieder eine Story für sich war, weil direkt nach Weihnachten dort der Bär tanzte und wir zum Poetry Slam wollten und uns das Teil dann haben zuschicken lassen, was nicht funktionierte, weshalb ich dann tagelang mit dem Musicstore telefonierte. Und als es da war, klappte die Installation der Software nicht, weshalb ich dann mit Jim am Rechner hing. Und so weiter.

Nun bin ich froh, dass die Schule wieder begonnen hat und hier so eine Art Ruhe einkehrt. Schreibtisch und Familie parallel ist dann doch zu viel des Guten. Die Sache mit dem Halbieren. Zum Ausgleich haben wir viele schöne Dinge unternommen. Wir haben einen Poetry Slam in Köln besucht, waren im sehr empfehlenswerten südafrikanischen Restaurant Shaka Zulu essen (auch eine Geschichte für sich – die Hintergründe findet ihr hier: Zufallstreffen mit Paul!), haben uns Stomp! im Kölner Musicaldome angesehen und angehört, waren mit Freunden wandern und haben in riesiger Runde im großen Haus einer Freundin Silvester gefeiert inklusive Übernachtung und gemeinsamem Abhängen an Neujahr. Und Jim ist 15 geworden, was eine weitere große Feier nach sich zog (bis fünf Uhr morgens im großen Schulzimmer – natürlich ohne uns, nur mit seinen Freunden). Am nächsten Tag hatte die Hälfte der Feierclique dann den ersten Tanzkurstermin – Jim auch. Lustiger- und zufälligerweise bei der gleichen Lehrerin, bei der auch Ela und ich tanzen gelernt haben.

So. Das war der Grobüberblick im Schnelldurchgang. Damit hier nichts verloren geht und ich später nachlesen kann, was denn in dieser entstandenen Bloglücke geschehen ist. Das Foto oben zeigt einen T-Shirt-Aufdruck. Zoe und Jim haben für den fiftyfiftyblog ein Logo entworfen. Der Kamerablick auf Baum und Hund. Mein Weihnachtsgeschenk. Das hat mich wirklich gefreut. Sie haben heimlich das T-Shirt besorgt und die Farben und die Anleitung und haben das dann irgendwie hingebastelt. Das T-Shirt passt, ist waschbar und wird von mir stolz getragen:)

Möchtet Ihr einmal südafrikanisch essen und dabei kulinarisch von einem Opernregisseur verwöhnt werden, besucht das Shaka Zulu in Köln – noch ein Geheimtipp, bald wahrscheinlich schon dauernd brechend voll. Reservierungen hier: http://shakazulu-restaurant.de/. Grüßt mir Paul und Sharam!

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jens: Monday, 09. January 2012, 09:45 in Allgemein