Archiv für den Monat September 2011

Reisevorbereitungen

Es ist nicht zu glauben, was man alles tun muss, um sich auf eine Reise vorzubereiten.

Zuerst mal – wichtig wichtig – die passende Musik für den Zug! Für gute Minuten eine beschwingte kleine Einlage. Für Stressminuten (Nachbar zu laut, zu viel, zu doof) eine wohl ausgesuchte nette Meditationsanleitung. OOOHMMM!

Und: meine Kladde. Einen guten Stift. Falls ich unbedingt ganz lange schreiben will.

Dann die richtigen Bücher. Was mag ich wohl lesen? Morgen. Im Zug. Und was muss ich noch lesen? Die passende Schnittmenge finden…

Natürlich ganz ganz wichtig: Wasser und Nahrung. Wir wollen ja nicht schlecht gelaunt in Berlin ankommen… Es darf nicht zu sehr pappen, sollte mir aber auch ein klein wenig die Reise versüßen.

Und dann natürlich das übliche Zeug: Fahrkarte, Adressen, Telefonnummern, Unterlagen bla bla bla. Geld. Klar.

Was ich erst dachte: ICH HABE JA GAR NICHTS ANZUZIEHEN! Bis mir einfiel, dass ich nach BERLIN fahre, nicht nach Pusemuckel. Und da ist verkaufsoffener Sonntag…

Tschüssi!!

ulrike: Thursday, 29. September 2011, 18:56 in Allgemein

Entweder Broder

Meine Lieben,

ich habe immer noch Tränen in den Augen, vor Lachen. Pia Ziefle hat diesen Beitrag verlinkt und deshalb verlinke ich auf ihre Seite. Zugegeben, eine sehr spezielle Art von Humor, aber wem es gefällt…

http://www.denkding.de/2011/09/guck-mal-wer-die-erde-rettet-entweder-broder/

ulrike: Tuesday, 27. September 2011, 13:01 in Allgemein

Berlin, Berlin

Nö, ich war nicht auf dem Berlin-Marathon. (Ha ha, guter Witz. Alle, die mich kennen, kämen nie auf den Gedanken, mich auf einem Marathon zu sehen.) Aber ich fahre jetzt nach Berlin. Nächstes Wochenende. Und ich bin wirklich reisefiebrig.

Denn – ich kann es selbst kaum glauben – seit ich vor 16 Jahren aus Berlin weggezogen bin (ich habe sechs Jahre dort gewohnt, studiert, gearbeitet) war ich kein einziges Mal mehr in der großen Stadt. Das ist eine lange Zeit, aber tatsächlich ergab sich nie eine Notwendigkeit oder die Zeit oder der Wunsch, Berlin zu besuchen. Es war immer etwas anderes zu tun oder zu erkunden. Und jetzt, mit Mitte 40, fahre ich aus beruflichen Gründen an den Ort zurück, den ich mit Ende 20 verlassen habe. Wie wird das sein? Werde ich mich alt fühlen oder plötzlich viel jünger als sonst? Werde ich in Erinnerungen schwelgen und an anderen etwas zu knacken haben oder wird die Stadt so neu bebaut sein, dass ich mich nur wie eine Touristin fühle, interessiert und unbelastet?

Ich habe mit Anfang 20 auch in Paris gelebt, über ein Jahr lang. Und wenn ich nach Paris fahre, ist eigentlich alles wie früher. Da stehen die vertrauten Gebäude, die alten Brücken, die Museen, Straßen und Plätze. Es gibt noch mein Café und natürlich die Straße, in der ich wohnte. Das Haus, in dem ich jeden Tag putzen ging, um mir den Aufenthalt zu ermöglichen. Da ist die altehrwürdige Uni, an der ich studierte. Es riecht sogar so wie früher. Ein bisschen Heimatgefühl, irgendwie. Und gleichzeitig so erfrischend neu, mit all den Radwegen, Fahrrädern, Grünanlagen und neuen In-Stadtteilen, Bars, Cafés, Museen und Menschen. Den neuen Essens-Moden und Kleider-Stilen.

Wird das mit Berlin auch so sein? Mal schauen, mal schauen…

ulrike: Tuesday, 27. September 2011, 07:19 in Allgemein

Buchtipp: Doris Dörrie – Alles inclusive

“Ein Sommer in Spanien, nach dem nichts mehr so sein kann, wie es war. Vier äußerst unterschiedliche Menschen, alle auf der Suche nach der Sonnenseite des Lebens. Aber kann man das Glück buchen wie einen Urlaub, alles inklusive?” – Das ist Kurzbeschreibung des Romans von Doris Dörrie, der im Sommer dieses Jahres herausgekommen ist.  Und die sagt eigentlich herzlich wenig aus über den Inhalt des Buches.

Denn tatsächlich sind die Menschen und die Geschichten derart skurril, tragisch und komisch, dass ich manches Mal nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte. Ingrid war früher Hippie und ihre Tochter ist Apple. Die wiederum will nie wieder chaotisch leben und hat leider ein Händchen für schreckliche Männer. Susi ist die Freundin von Apple und kann auch ein Liedchen von der Ungerechtigkeit dieser Welt singen und dann gibt es noch zwei Männer, über die ich hier nichts verraten will, weil sonst der Spaß am Lesen leidet. Und überhaupt sind es eigentlich mehr als vier Menschen, die hier auf der Suche nach der Sonnenseite des Lebens sind. Aber die Autorin erzählt aus vier Perspektiven, und das alles ist sehr amüsant. Fast hatte ich den Eindruck, dass Dörrie sich von Kapitel zu Kapitel immer mehr in Fahrt schrieb.

Ein Roman, in der Romantik unter der Sonne und Aussteigerträume erheblich an Glanz verlieren.

Ich habe ihn ausgesprochen gerne gelesen.

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Doris Dörrie: Alles inclusive. Diogenes Verlag 2011,

256 Seiten, ISBN 978-3257067811, EUR 21,90

Leseprobe und Infos unter:

http://www.diogenes.de/

ulrike: Friday, 23. September 2011, 09:00 in Allgemein

Buchtipp: In Zeiten des abnehmenden Lichts

Eugen Ruges Debutroman, Anfang September erschienen, steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2011. Und dieser Roman ist wirklich ein großartiger Text.

Der 57jährige Ruge erzählt aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte seiner intellektuellen Familie über drei Generationen von den fünfziger Jahren bis 2001. Die Großeltern, überzeugte Kommunisten, kehren aus dem mexikanischen Exil in die DDR zurück, ihr Sohn kehrt vom Ural mit seiner russischen Frau zurück und der Enkel geht in den Westen. Von der jungen DDR bis zur Zeit nach der Wende – das ist die Kulisse des Romans. “Die Strahlkraft”, so der Verlag, “der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln: Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts.”

Mich hat der Roman mit seiner präzisen, geradezu nüchternen Sprache sehr beeindruckt. Mit wenigen Worten gelingt es Ruge, Milieus und Charaktere zum Leben zu erwecken und die Figuren dem Leser sehr nahe zu bringen, welcher Art ihre Ideologie oder ihre Geisteshaltung auch sei. Er nähert sich ihnen fast liebevoll. Niemals mit erhobenen Zeigefinger. Niemals mit Schuldzuweisungen. Aber mit aller Zerrissenheit, die den Lebensläufen inne liegt. Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für Deutsche Geschichte interessieren.

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts. Rowohlt Verlag 2011, 432 Seiten, EUR 19,95, ISBN 978-3-498-05786-2

Eugen Ruge liest heute übrigens in Hamburg. Infos über den Autor und weitere Termine:

http://www.rowohlt.de/autor/Eugen_Ruge.2938964.html

ulrike: Wednesday, 21. September 2011, 13:04 in Allgemein

Spieltrieb

Gestern habe ich die Spiele-Konsole für mich entdeckt. Für die, die nicht wissen, was das ist: ein Gerät, das man an den Fernseher anschließt, in das man Discetten legt und das dann auf dem Fernseher Ersatzwelten präsentiert, in denen man sich beweisen kann. Man stellt eine kleine Figur von sich her (meine ist klein, blond, Brille und lächelt irre) und die schickt man dann auf Tour. In der Hand hält man eine Fernbedienung, die mit einer Sensorleiste am Gerät verbunden ist, und die eigenen Bewegungen werden auf den Bildschirm in die Ersatzwelt übertragen. Mit anderen Worten: wenn ich zapple, zappelt mein Alter Ego auch.

Es war alles ganz lustig – so auf Abenteuertour, springen, an Lianen hüpfen, in Rennwagen fahren, über Bäche auf Tonnen rennen und so weiter und so fort. Aber das richtige Adrenalin schoss mir unerwartet bei einem anderen Spiel durch den Körper: der Schwertkampf! Wer hätte das gedacht? Ich bin eine supergute Verhauerin!

Ich muss sagen, ich habe eine ausgefeilte Schnibbeltechnik. Bevor der Gegner überhaupt das Schwert gehoben hat, mache ich zip zip zip zip wusch wusch wusch und ZACK ZACK ZACK – und der verdutzt aussehende Gegner fällt hintenüber ins Wasser. Es gibt keine Schiedsrichter. Wie praktisch! Wir stehen da auf so einer Plattform mitten im Meer, ich sehe sehr schick aus in meinem Schutzhelm und überhaupt auch kein bisschen müde. Und ein Gegner nach dem anderen fällt vor mir danieder. MUHAHA! Und dann gibt es in ZEITLUPE eine Wiederholung meiner unglaublichen Schnibbeltechnik, aus einer anderen Perspektive, wie im Fernsehen, und bei allen sehe ich unglaublich gut und frisch und beeindruckend energiegeladen aus.

Nun gut, heute morgen bin ich etwas mühsam auf den Beinen. Die Schulter schmerzt ein bisschen und es ziept in der Brustmuskulatur.  Ich ziehe das eine Bein etwas hinter mir her. Ich konnte im Siegesrausch all den Kämpfen nicht widerstehen und stand am Ende eines langen Abends dann doch recht verschwitzt vor dem Fernseher. Aber heute abend – da stehe ich wieder frisch auf dem Bildschirm. Das ist mal klar!

ulrike: Wednesday, 21. September 2011, 08:24 in Allgemein

Herbstgarten

Wenn der nette Kleingartenvorsitzende verlegen lächelnd versucht, einem eine Telefonnummer für einen Gärtner unterzujubeln, für den Fall “dass man mit der Hecke nicht klar kommt”, ist es höchste Zeit für Gartenarbeit. So viel ist schon mal klar!

Ich muss gestehen, seit dem Wespennest und den vielen winzigen Zecken diesen Sommer in unserem Garten war mir unser Grundstück etwas unheimlich. Deswegen war ich gar nicht böse, dass der Sommer dieses Jahr ins Wasser fiel. Musste ich da nicht hin, in dieses Areal der unbekannten Gefahrenzone! (Ich habe mich entschlossen, meine ängstliche Einstellung nicht als Indiz eines hysterischen Charakters  zu sehen, sondern als Manifestation eines ausgeprägten 6. Sinnes. Sozusagen die Vorahnung, die weise, die uns vor einer neuen Borreliose oder ähnlich netten Zeitgeistkrankheiten sicher und behaglich schützt; man muss ihn nur ernst nehmen, den 6. Sinn.)

Jedenfalls – langes Gelaber, kurzer Sinn  - ich war wochenlang nicht im Garten. Und mein erster Besuch war dann wieder sehr zögerlich. Es ist ja nicht so schön, wenn einen die Arbeit gleich an den Haaren packt, sprich: wenn man die Gartentüre passiert und man die Fänge der Hecke von der Stirn wischen muss.

Aber – oh Freude – schön war mein Garten! Und so friedlich! Die Rosen blühen und die Stauden und die Margeriten, und die Gräser schwangen im Wind und ich konnte mich freuen an neuen Blumen und Pflanzen. Auch die Hecke war gar nicht sooo groß. Das hatte ich in ein, zwei Stunden mit meiner großen Schere schnell gemacht. Unkraut rausgerissen wie Waldi den Knochen vergräbt, den Rasenmäher mit Mann über den Hang gejagt, ein paar Pflanzen beschnitten und kochendes Wasser gegen Unkraut über den Weg geschüttet – und schon war es sehr behaglich. Ich habe es zurück, mein kleines Stück Natur, was mich so erdet. Und im Herbst duftet die Erde so gut.

Der Kleingartenvorsitzende, der nette, lachte ganz glücklich.

Da weiß man doch, was man getan hat.

ulrike: Monday, 19. September 2011, 16:11 in Allgemein

Chanson des Monats: September

Gesine Schulz hat mir den Link zum Chanson des Monats geschickt. Danke, Gesine! (www.gesineschulz.com)

Ich finde das Lied so witzig, dass ich es hier mal gerne weitergebe. Thomas Pigor singt auf SWR2 jeden Monat ein Liedchen für uns…

Was noch fehlt im Text für den September: Die zahlreichen Frauen mit ihren Kindern, die sich durch Schreibwarenregale mit Schulbedarfslisten quälen und murmeln “Lineatur 25, Lineatur 25, oder doch  23? Wo ist es denn? Mit breitem Rand…Hast du´s? Hast du´s?”

Wer hat eigentlich festgelegt, dass da nicht einfach auf den Heften steht, für welche Klasse sie geeignet sind? Ich protestiere! Gott sei Dank ist diese Phase jetzt wieder vorbei…muss ich nicht mehr murmeln mit Listen…

Wie dem auch sei: Viel Spaß mit Thomas Pigor:

http://www.swr.de/swr2/swr2-chanson-des-monats-pigor/-/id=7576/nid=7576/did=7365184/mpdid=8569076/evvga4/index.html

ulrike: Thursday, 15. September 2011, 16:32 in Allgemein

Brillen-Geschichten

Ist es zu fassen, wie schnell man wieder in den Alltag rutscht? Jetzt sind wir gerade mal eine Woche wieder da, und schon fängt mein Auge an zu zucken.

Zum Beispiel brauchte ich eine neue Brille, weil die alte einen unschönen Riss hatte. Also bin ich mit meinen Töchtern von Brillengeschäft zu Brillengeschäft zu Brillengeschäft gewandert.

In dem einen Geschäft war die Optikerin wirklich sehr nett, aber nur zwei Sekunden, und dann musste sie drei andere Kunden bedienen. Meine Kinder haben mir ungefähr 50 000 Brillengestelle auf die Nase gesetzt und genau 0 bestanden die Endprüfung.

Im zweiten hat uns der Verkäufer so merkwürdig angesehen. Der ganze Laden war leer, nur wir drei kamen zur Tür herein, und ich finde nicht, dass wir bedrohlich aussehen. Aber er schaute gleich ungnädig. Vielleicht fühlt er sich von Kindern gestört, die zielsicher auf die Regale zupreschen und rufen “Ich habe eine!”?

Im dritten war die junge Verkäuferin ausgesprochen höflich und zuvorkommend und sie hatte einen eleganten Armschwung, wenn sie auf die Vitrinen deutete. Allerdings hat sie mich auffällig häufig  zu den teuersten Modellen gelotst. Immer wenn ich beglückt ein schönes preiswertes gefunden hatte und es zufrieden im Spiegel auf meiner Nase betrachtete, schob sie mir gleich ein anderes hochpreisiges  in die Hand, mit dem “Das-steht-Ihnen-sicher- ganz-ausgezeichnet”-Spruch. Als ich sie bat, mir den Preis für ein bestimmtes Gestell mit Gläsern auszurechnen, ist sie zu ihrer Kollegin geschritten und dann haben die beiden getuschelt! Tuschel tuschel tuschel! Und dann haben sie mir zu zweit die Kosten präsentiert. Eine saß, die andere stand hinter ihrer Schulter, und beide schauten mich an wie ein Familienimperium. Sie wissen schon, diese starr schauenden Gesichter, wie man sie immer auf Gemälden in Fernsehfilmen hinter den Chefsesseln hängen sieht. Das war mir suspekt. Wir haben den Rückzug angetreten.

Dann sind wir in den Laden gegangen, in dem ich schon letztes Mal meine Brille gekauft hatte, meine Kinder waren auch schon sehr müde, und ich bin gleich rein und habe verkündet: “Ich will meine alte Brille nochmal!” Ich war ganz fröhlich, weil ich dachte, jetzt freut sich der Optiker. Hat er aber nicht. Er hat mit hochgezogener Oberlippe mein Nasengestell betrachtet und dann hat er gesagt: “Wie kann man nur so einfallslos sein!”

Ich habe fies gelacht und gesagt: “Tja, da stehe ich dann zu.” Und dann haben wir uns ein hübsches kleines Wortgefecht geliefert, so etwa eine 1/2 Stunde lang. Er hat mir  eine einfallsreiche Brille nach der anderen präsentiert und ich fand sie alle hässlich und dabei haben wir grimmig-lustig Konversation gemacht. Die Kinder saßen derweil schweigend auf den Stühlen und guckten nur von einem zum anderen wie bei einem Ping-Pong-Spiel.

Aber ich bin als Siegerin raus. Ich kriege meine neue alte Brille. Ha!

ulrike: Wednesday, 14. September 2011, 21:03 in Allgemein

Buchtipp: Großmama packt aus

So, meine Lieben. Mein erster Buchtipp. Das ist nicht eine Lektüre, die mein Leben verändert hat und deshalb an erster Stelle steht, sondern ein Buch, das mir im Urlaub viel Vergnügen und auch ein bisschen Herzeleid bereitet hat (was für ein schönes altes Wort…:-) und mir noch warm in Erinnerung ist. Es ist nicht neu, sondern erschien im Taschenbuch 2006, aber ist wirklich gut. Und warum ist immer nur das Neue erwähnenswert? Na, also! Dieses Buch ist ein ideales Geschenk für Freundin, Schwester, Oma, Tante und so weiter und so fort. Daher her damit!

“Großmama packt aus” von Irene Dische ist bestimmt bereits vielen bekannt. Irene Dische erzählt hier das Leben ihrer deutsch-jüdischen Familie über drei Generationen aus der Sicht der Großmutter. Dies ist nicht nur tragisch, sondern oft sehr vergnüglich, denn Großmama ist alles andere als political correct. Ohne Scheu gibt sie all ihre Vorurteile und aus heutiger Sicht skurrilen Ansichten zum Besten – wie gehe ich mit Dienstmädchen um? Was ist ein schwacher Mann? Was ist die starke Frau? – und Dische hält den Stil bis auf eine wenige Stellen strikt durch. Ganz nebenbei wird das Leben der Autorin erzählt, das, so viel will ich verraten, nicht nur offenbar der Großmama missfällt, sondern so viel aufregender ist als viele Menschen sich das Leben von Schriftstellern vorstellen (denn glauben wir nicht alle im Grunde, dass Menschen, die über Leben schreiben, im Grunde nicht wirklich leben?)

Mich hat die Beschreibung eines Wissenschaftler-Ehemannes sehr amüsiert (denn meiner ist auch einer, aber Gott sei Dank nicht so wie der da!) und Wege und Tricks, die Großmama – auch “Mops” genannt – findet, um jederzeit ihren Willen durchzusetzen. Eine durchweg gelungene Lektüre.

Spannend fand ich, wie Dische den Umstand gelöst hat, dass Großmama eigentlich bereits zum Zeitpunkt der Erzählung von uns gegangen sein müsste. Wer wissen möchte, wie sie das gelöst hat – hier ist das Buch:

“Großmama packt aus” von Irene Dische (Autorin), Reinhart Kaiser (Übersetzer), Deutscher Taschenbuch Verlag 2006, ISBN 978-3423135214, EUR 9.90

ulrike: Tuesday, 13. September 2011, 14:06 in Allgemein