Archiv für den Monat February 2012
Heute kommt der Debut-Roman der Autorin Pia Ziefle heraus. Und wenn ich behaupten wollte, Pia Ziefles Buch läge mir nicht am Herzen, würde ich glatt lügen. Denn zum einen ist Pia eine Freundin von mir, die ich auf ungewöhnliche Weise gefunden habe. Sie war die erste Rezensentin meines Buches, auf ihrem Blog “Denkding”, und die Rezension hatte mich so glücklich gemacht, dass ich sie spontan anschrieb. Seitdem hat sich eine wunderschöne Freundschaft entwickelt. Zum anderen aber, und das ist hier viel wichtiger, berührt mich ihr Buch “Suna” so tief und auf so vielen verschiedenen Ebenen, dass ich es unbedingt vorstellen möchte.
Zum Inhalt: Die kleine Tochter der jungen Mutter Luisa schläft nicht. Nicht im Arm, nicht im Kinderwagen, nicht in der Wiege. „Sie kann hier keine Wurzeln schlagen“, sagt der Arzt. „Finden Sie Ihre.“ So macht sich Luisa auf den Weg, die verschlungene Geschichte ihrer Familie zu erkunden. Und erzählt diese Geschichte dann Nacht für Nacht ihrem Kind. Von ihrer serbischen Mutter, ihrem türkischen Vater und ihren deutschen Adoptiveltern.
Es sind diese tragischen Geschichten, die mich ergreifen. Es ist das Geschick, mit dem Pia Ziefle alle Fäden spinnt und schließlich miteinander vereint und darüber die Erkenntnis, wie sehr wir mit unseren Familien und Ahnen verbunden sind.
Und es ist vor allem ihre Sprache und ihre Sicht auf die Menschen, die mich sehr beeindrucken. Sie hat das außergewöhnliche Talent, mit wenigen Worten ihre Figuren klar hervortreten zu lassen. Sie schaut ihnen direkt ins Herz. Dabei entdecke ich in diesem Roman immer wieder Worte und Sätze, die so schön, tief und wahr sind, das sie mir schlicht den Atem verschlagen.
Selten wurden Figuren in der deutschen Literatur mit so viel Liebe beschrieben.
“Suna” ist ein beeindruckendes Debut, das man liebend gerne empfiehlt und verschenkt.
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Pia Ziefle: Suna
304 Seiten, Ullstein Hardcover, EUR 18,00, ISBN 978-3550088926
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Hier geht es zur Autorenseite:
http://www.piaziefle.de/
Hier ein Buch-Trailer auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=E0UmzBFPvVw
Und hier zur Verlagsseite:
http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc/buch.php?id=18431&page=buchaz&sort=autor&auswahl=Z&pagenum=1
ulrike: Wednesday, 29. February 2012, 00:57 in
Allgemein
Am 6. Februar 2012 kam der neue T.C. Boyle auf den deutschen Buchmarkt. Und der Titel “Wenn das Schlachten vorbei ist” lässt ganz zu Recht vermuten, dass Sie besser nicht mit schwachen Nerven ausgestattet sein sollten, wenn Sie dieses Buch lesen. Ich muss sagen, ich habe gerade eine Szene hinter mir mit süßen kleinen weißen Lämmern und schrecklich konsequenten riesigen Raben und ich gestehe – ich brauche jetzt erstmal eine Pause von diesem Buch.
Trotzdem lege ich Ihnen das Buch dieses großartigen Schriftstellers ans Herz. Warum sollten Sie noch länger warten, nur weil ich gerade etwas schwächele? Wer weiß, vielleicht sind Sie gerade in der Stimmung für drastische Gefühle.
Die Handlung in seinem neuen Roman: Vor der kalifornischen Südküste liefern sich Umweltschützer verschiedener Fraktionen auf den Channel Islands einen erbitterten Kampf. Die einen wollen Tiere töten, um das empfindlich gestörte Gleichgewicht des Ökosystems wiederherzustellen, die anderen sind rigoros gegen das Töten von Tieren. Doch keine Fraktion rechnet damit, wie unkalkulierbar und unbeherrschbar die Natur ist.
Wer T.C. Boyle kennt, weiß, dass der 1948 geborene amerikanische Schriftsteller in seinen Büchern in einen geradezu ekstatischen Wort-Rausch verfällt. Wort- und Bildgewaltig sind seine Sätze, oft ausufernd. Er ist wirklich keiner von denen, die kein Wort zu viel setzen. Aber er kann es sich leisten. Er ist ein beeindruckender Schreiber und Analyst. In all seinen Texten tritt eine verstörende Klarheit und unerbittliche Präzision zutage. Nackt sind die Menschen, im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragenen. Konfrontiert mit existentiellen Ängsten und grauenhaften Gefahren. “T. C. Boyles furioser, apokalyptischer Roman”, so der Verlag zu seinem neuesten Buch, “handelt von der Ausbeutung der Natur durch den Menschen und den katastrophalen Folgen. Boyle hat eines seiner ältesten Themen weiterentwickelt, nie war er so bitter und böse, nie war es ihm so ernst.”
Wer nach romantischen Naturgefühlen oder Hoffnung sucht, ist hier wirklich fehl am Platze. Wer die Dinge bis zur letzten Konsequenz durchdenken will, findet hier reichlich Inspiration.
T. C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist. 464 Seiten, ISBN 978-3446237346
Carl Hanser Verlag, EUR 22,90
Hier geht es zur Verlagsseite: http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-23734-6
Und hier zu einem Interview von T.C. Boyle mit Dennis Scheck zu “Wenn das Schlachten vorbei ist”, in der mir diese schillernde Persönlichkeit (Boyle, nicht Scheck
) allerdings etwas zu routiniert daher kommt:
http://www.youtube.com/watch?v=4bOh8glrt1Q
Und hier gibt es auf einer deutschsprachigen Website Infos und weitere Videos über den berühmten Autor: http://www.tc-boyle.de/startseite.html
ulrike: Tuesday, 21. February 2012, 10:57 in
Allgemein
Die Internetplattform Lovelybooks hat jetzt eine schöne neue Idee entwickelt: Debütautoren werden mit ihren Romanen Monat für Monat ausführlich vorgestellt, Diskussionsrunden entstehen und der beste Debütroman 2012 wird gewählt. Mitmachen kann jede/r und es winkt sogar am Ende ein Literaturgewinn.
Bei tausenden von Neuerscheinungen jedes Jahr ist das eine tolle Chance für neue Autoren und Autorinnen, Publikum zu finden. Und wir Leser/innen entdecken so manches fesselnde Buch, das uns anders vielleicht entgangen wäre.
http://www.lovelybooks.de/debutautoren/
Spannende Themen und interessante Autoren und Autorinnen. Stöbern lohnt sich allemal.
ulrike: Saturday, 11. February 2012, 09:47 in
Allgemein
Ich bin etwas missmutig. Denn gestern hatte ich ein Déjà-vu.
Ich saß da so auf meinem Sofa und es ging mir noch mal die Bestellbestätigung von meinem Internet-Händler durch den Kopf, als mich der Gedanke wie ein Blitz durchzuckte, dass ich genau diese Bestellung schon einmal getätigt hatte. Ich sah es deutlich vor mir: Schon einmal hatte ich diesen Edelstahl-Tortenlöser für 10 Euro bestellt. Schon einmal hatte ich mich gewundert, warum er einzeln verschickt wurde. Schon einmal hatte ich den Kopf geschüttelt, weil er schmal und dabei groß im Durchmesser ist und daher irre blöd verpackt in einem Riesenkarton daher kam. Und schon einmal hatte ich mich gefreut an dem blinkenden Edelstahl und dem Bewusstsein, dass ich mir tatsächlich so ein Ding wie einen Tortenlöser kaufe. Ich patente Hausfrau, ich!
Und jetzt saß ich da im Sessel und mir wurde ganz heiß, weil ich diesen blinkenden Tortenlöser erstens überhaupt seit Jahren nicht gesehen hatte, und zweitens völlig vergessen hatte, schon einmal durch dieses Utensil zur patenten Hausfrau von mir gekürt worden zu sein. Ich meine, wie kann so etwas sein? Bin ich ein Bestell-Junkie, oder was? Nein, bin ich nicht!
Mir fielen diese ganzen Rudi-Assauer-Diskussionen ein und ich wurde sehr schlecht gelaunt.
Dann habe ich hektisch sämtliche Bestellungen der letzten 12 Jahre online durchsucht. Kein Tortenlöser! 2001 und 2000 sind allerdings Lücken in der Beweisaufnahme, weil nur noch schnöde Bestellnummern zu finden sind, ohne deren Objekte zu beschreiben. Das ist nicht zufrieden stellend!
Dann habe ich alle Küchenschränke durchsucht und alle Kellerregale, die mir zugänglich waren (fragen Sie nicht!), aber – kein Tortenlöser.
Ich rief eine Freundin an und klagte mein Leid. Könne es sein, dass ich langsam schusselig werde? Nö, sagte die, aber ich hätte ja eine blühende Phantasie und vielleicht hätte ich den Tortenlöser schon mal im Hirn … Das hat mich nicht wirklich getröstet. Also fragte ich, ob sie so etwas auch schon mal gehabt hätte, was sie sofort weit von sich wies. Aber dann hat sie mir eine Geschichte von sich erzählt, die ich wirklich SEHR skurril finde (ich kann sie aus freundschaftlicher Solidarität heraus nicht erzählen, aber es hat was mit Wegschmeißen und neu Kaufen zu tun, hö hö) und das hat mich so erheitert, dass es mir tatsächlich eine ganze Weile besser ging. Ich bin gar nicht alleine so … äh… kreativ. Ich habe mich artig bedankt und der Tag ging ganz gut zu Ende.
Heute aber ist Freitag und dieses blöde Tortendings ist immer noch nicht aufgetaucht. Eine Tochter behauptete, so ein Dings auch noch nie in meinen Händen entdeckt zu haben. Die andere schwört treuherzig, das hätte sie schon bei uns gesehen. Mein Mann versteht die ganze Aufregung nicht.
Déjà-vu – ich meine, wozu ist so etwas gut, wenn es gar nicht auf etwas weist, was schon mal passiert ist? Vielleicht müsste es Pré-vu heißen, also Vor-Sehung! Vielleicht bin ich ja ein Medium? Vielleicht sehe ich ja voraus, was noch passieren wird?
Na, den Tortenlöser jedenfalls kann ich gar nicht voraussehen. Den habe ich nämlich wieder abbestellt. Was soll ich denn mit zwei Tortenlösern?
ulrike: Friday, 10. February 2012, 12:50 in
Allgemein
Ich bin etwas neidisch auf den Christian Wulff. So viele gute Freunde, die so schön zum Urlaub einladen. Obwohl – auf Sylt, da wurde ja bar gezahlt. Ganz klar, so mache ich das auch immer. Die ganze Patte in die Tasche.
Mich würde jetzt nur noch eines interessieren, ganz ehrlich: Wenn Herr Wulff seine Urlaubseinladungen und Aufenthalte vor ein paar Wochen damit erklärte, dass man ja wohl Freunde haben darf, dann würde ich jetzt gerne mal eine Liste mit Wulffs Freunden sehen, die von ihm zum Urlaub eingeladen wurden. Einladung – Gegeneinladung. Das macht man ja wohl so und das würde die ganze Geschichte jetzt vielleicht auch ein bisschen entspannen.
Oder nicht?
ulrike: Thursday, 09. February 2012, 09:24 in
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